Ajaccio – Port Charles Ornano - Amiraute

Liegeplätze und Werftservice im Port Charles Ornano

Der frühere Port de l’Amirauté liegt im inneren Golf von Ajaccio nördlich des Fähr- und Handelshafens. Der Betreiber nennt knapp 850 Liegeplätze auf Schwimmstegen und am Betonkai sowie 40 ausgewiesene Gastplätze. Die Zufahrt ist grundsätzlich Tag und Nacht möglich, bei starkem Südwestwind kann jedoch Schwell in das Becken laufen. Reservierung und Einfahrt werden über die Capitainerie auf UKW-Kanal 9 koordiniert.

Wasser und Strom stehen auf den Stegen und am Kai bereit; die aktuelle Serviceseite nennt elektrische Anschlüsse bis 32 Ampere. Elf Toiletten und 14 Duschen sowie eine Wäscherei befinden sich bei der Capitainerie. Die Sanitäranlagen sind barrierefrei zugänglich. Kostenloses WLAN, Videoüberwachung und verschiedene nautische Betriebe ergänzen die Versorgung.

Die Tankstelle liegt am Ponton C. In der Saison ist sie täglich bedient, zusätzlich ermöglicht ein Kartenautomat rund um die Uhr das Tanken. Welche Kraftstoffsorten und Zapfleistungen aktuell verfügbar sind, sollte vor der Ankunft geprüft werden. Der Hafen verfügt über getrennte Sammelbehälter für Abfälle und Altöl sowie eine Station zum Abpumpen von Grau-, Schwarz- und Bilgenwasser.

Für technische Arbeiten gibt es eine eigene Arbeitsfläche mit Travelift bis 50 Tonnen und einem Kran bis 20 Tonnen. Heben, Abstellen und Reparaturen sind terminpflichtig; zusätzlich zu Gewicht und Länge müssen Breite, Tiefgang und Anschlagpunkte abgestimmt werden. Charles Ornano ist ein anderer Hafen als der südlich der Fährbecken gelegene Port Tino Rossi. Fußwege in die Altstadt führen am aktiven Fähr- und Handelsbereich vorbei und können durch Sicherheitszonen umgeleitet sein.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Ajaccio – Port Charles Ornano - Amiraute
Ansicht von Ajaccio – Port Charles Ornano - Amiraute. Foto: Gustave Janet / Alfred Darjou / Charles Maurand / Wikimedia Commons, Lizenz Public domain.

Ajaccio jenseits Napoleons: Korallenhandel, Kunstsammlung und botanische Experimente

U Borgu wuchs mit Fischern und Korallenhändlern

Außerhalb der genuesischen Stadtmauer entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert ein Vorort entlang der Straße zum Stadttor. Neben dem großen Salzlager, der Saliniera, siedelten sich Fischer und Händler an. Besonders die Verarbeitung und der Handel mit roter Mittelmeerkoralle prägten das Viertel, das zeitweise als Quartier der corailleurs bekannt war.

Viele niedrige genuesische Häuser wurden später aufgestockt. Votivfiguren über Türen, schmiedeeiserne Balkone und Trompe-l’œil-Fassaden bewahren dennoch Spuren dieser Entwicklung. Die heutige Rue Fesch durchzieht U Borgu und verbindet den Hafenbereich mit einem anderen wichtigen Kapitel der Stadtgeschichte.

Kardinal Fesch hinterließ Ajaccio eine außergewöhnliche Sammlung

Joseph Fesch, Halbbruder von Napoleons Mutter Letizia Ramolino, wurde Kardinal und einer der bedeutenden Kunstsammler seiner Zeit. Seine Bestände umfassten tausende Gemälde. Ein Teil gelangte nach Ajaccio und bildet den Kern des Palais Fesch, dessen italienische Malerei zu den umfangreichsten öffentlichen Sammlungen Frankreichs außerhalb des Louvre zählt.

Zum Komplex gehören die Bibliothèque patrimoniale und die Chapelle Impériale mit Gräbern der Familie Bonaparte. Die Bibliothek geht auf 1801 zurück: Auf Initiative Napoleons und des Administrators André-François Miot wurden 12.627 Bände aus revolutionären Beschlagnahmungen in Paris nach Ajaccio geschickt.

Im 19. Jahrhundert erprobte die Stadt exotische Nutzpflanzen

Ajaccio nutzte sein mildes Klima für mehrere botanische Versuchsgärten. Zwischen 1782 und 1873 entstanden Anlagen bei Les Salines, am Casone und in Padule. Unter Aufsicht des Pariser Naturkundemuseums wurden im Akklimatisierungsgarten unter anderem Tee, Kaffee und Baumwolle getestet; auch die Seidenraupenzucht gehörte zu den Versuchen.

Diese Gärten waren Teil des städtischen Ausbaus nach dem Ende der engen Festungsstadt. Neue Boulevards, Verwaltungsbauten und Wohnviertel sollten Ajaccio im 19. Jahrhundert zugleich modernisieren und als klimatisch günstigen Winteraufenthalt etablieren. Die Palmen und fremdländischen Gehölze des heutigen Stadtbilds sind deshalb nicht nur Dekoration, sondern Nachwirkung einer systematischen Akklimatisierungsgeschichte.

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