Toulon – Port de Toulon Darse Vieille

Liegeplätze und Versorgung in Toulon Vieille Darse

Toulon Vieille Darse liegt unmittelbar vor der Altstadt und ist zugleich Freizeithafen, Standort gewerblicher Anbieter, Fischerhafen und zentrale Station der Personenfähren in der Reede. Der aktuelle Betreiber nennt 560 Liegeplätze, davon 160 für Gäste. Aufgenommen werden Boote bis 45 Meter Länge und acht Meter Tiefgang; die tatsächliche Zuweisung hängt von Abmessungen und Verfügbarkeit ab. Die Hafenaufsicht arbeitet auf UKW-Kanal 9.

Wasser und Strom gehören zur üblichen Versorgung der Liegeplätze, doch der Betreiber veröffentlicht auf seiner aktuellen Übersichtsseite keine einheitlichen Anschlusswerte für alle Kais. Steckertyp, Absicherung und Lage des Wasseranschlusses sollten deshalb bei der Platzzuweisung bestätigt werden. Sanitäranlagen mit Toiletten, Duschen und Waschbecken stehen Hafennutzern zur Verfügung. Ein Parkplatz gehört ebenfalls zur Anlage; Bahnhof, Markt und Geschäfte der Innenstadt sind zu Fuß erreichbar.

Die Tankstelle liegt innerhalb der Vieille Darse und ist laut Betreiber rund um die Uhr per Bankkarte nutzbar. Mobile Pumpen für Bilgen- und Schmutzwasser werden im aktuellen Abfallplan des Hafens ausgewiesen. Ihre Nutzung ist über das Hafenbüro zu organisieren. Ein kontrollierter Sammelpunkt nimmt unter anderem Altöl, Filter, Batterien, Farben und weitere technische Abfälle auf.

Vieille Darse besitzt keine eigene große Werftfläche für Freizeityachten. Kranen, Landlager und umfangreiche Reparaturen werden eher in der benachbarten Darse Nord oder bei spezialisierten Betrieben der Reede abgewickelt und müssen separat vereinbart werden. Wegen Marine-, Fähr- und Berufsschiffsverkehr sind die zugewiesenen Wege und Anweisungen der Hafenaufsicht genau einzuhalten. Geplante Umbauten an den Kais können einzelne Bereiche zeitweise verändern.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Port de Toulon Darse Vieille
Ansicht von Port de Toulon Darse Vieille. Foto: M.Strīķis / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Toulons Vieille Darse: vom Handelshafen zum Zentrum der Mittelmeerflotte

Die alte Darse wurde zum Ausgangspunkt des königlichen Arsenals

Toulon ist seit der Antike als Hafenplatz belegt; aus dem kleinen Telo entwickelte sich im Mittelalter ein Handels- und Fischerhafen. Unter Ludwig XIII. und Ludwig XIV. wurde die militärische Rolle entscheidend. 1666 bestimmte die Krone Toulon zum großen Kriegshafen der Levanteflotte.

Die heute Vieille Darse genannte Hafenmulde lag unmittelbar an der befestigten Stadt. Mit Colbert und Vauban wuchsen westlich davon neue Becken, Werkstätten, Magazine und Befestigungen. Die Flotte beanspruchte immer mehr Raum, während der zivile Hafen an der Stadtfront blieb. Diese Trennung ist bis heute ablesbar: Freizeityachten liegen vor den Häusern der Altstadt, nur wenige hundert Meter neben einer der wichtigsten französischen Marinebasen.

Das Arsenal bestimmte Arbeit, Stadtgrundriss und Gesellschaft

Schiffbau, Tauwerk, Versorgung und Reparatur machten Toulon über Jahrhunderte von der Marine abhängig. Die langgestreckte Corderie diente der Herstellung von Schiffstauen. Galeeren und später große Segel- und Dampfschiffe verlangten immer neue Becken und technische Anlagen. Auch das berüchtigte Bagne, das Touloner Zuchthaus, war mit Arsenal und schweren staatlichen Arbeiten verbunden.

Im 19. Jahrhundert überschritt die Stadt ihre alten Mauern und erhielt nördlich der Altstadt breite Straßen und repräsentative Quartiere. Der Gegensatz zwischen dem engen historischen Kern rund um Cours Lafayette und der planmäßigen Oberstadt geht unmittelbar auf dieses Wachstum zurück.

1942 versenkte Frankreich seine eigene Flotte in der Reede

Am 27. November 1942 besetzten deutsche Truppen im Rahmen von Unternehmen Lila den Marinehafen. Um die Schiffe nicht auszuliefern, ließ die französische Marine einen großen Teil ihrer in Toulon liegenden Flotte selbst versenken. Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerstörer und U-Boote brannten oder sanken an ihren Liegeplätzen.

Alliierte Bombardements und die Kämpfe um die Befreiung im August 1944 zerstörten weitere Teile von Hafen und Stadt. Das Arsenal wurde anschließend neu aufgebaut und blieb Heimat der französischen Mittelmeerflotte. Der monumentale Zugang des Musée national de la Marine, die erhaltenen Arsenalbauten und der Blick über die militärischen Becken machen diese vierhundertjährige Verbindung heute sichtbar.

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