St. Raphael – Port Santa Lucia
Liegeplätze und Versorgung im Port Santa Lucia
Der Port Santa Lucia liegt rund 1,5 Kilometer östlich des Zentrums von Saint-Raphaël. Mit 1.630 gut geschützten Liegeplätzen ist er einer der großen Freizeithäfen der Côte d’Azur. Nord- und Südbecken bilden eine weitläufige Anlage mit etwa zwei Kilometern Kaifront. Gastplätze werden über die Capitainerie vergeben; der Hafen arbeitet auf UKW-Kanal 9.
Wasser und Strom stehen an den Stegen zur Verfügung. Veröffentlicht sind 220 Volt mit 16 oder 32 Ampere. Zwei Sanitärblöcke in Nord- und Südbecken bieten Duschen und Toiletten; der Zugang ist zwischen 6 Uhr und Mitternacht per Code oder Badge möglich. Ein privater Parkplatz, Geschäfte, Restaurants sowie nautische Dienstleister liegen direkt innerhalb des Hafengeländes.
Die Tankstelle befindet sich an der Einfahrt des Nordbeckens und akzeptiert rund um die Uhr Kartenzahlung. Zu veröffentlichten Servicezeiten ist Personal vor Ort. Eine Abpumpmöglichkeit für Schwarzwasser kann werktags zu den vom Hafen genannten Zeitfenstern vereinbart werden; am Wochenende wird dieser Dienst nicht angeboten. Für Altöl, Farben, Batterien, Filter und weitere technische Abfälle gibt es beim Südbecken einen überwachten Sammelpunkt, der auf Anfrage geöffnet wird.
Am Hafen sitzt außerdem eine Werft- und Servicezone. Welche Hebe-, Reparatur- oder Unterwasserarbeiten für ein bestimmtes Boot möglich sind, muss direkt mit dem jeweiligen Betrieb abgestimmt werden. Der Küstenweg beginnt unmittelbar bei Santa Lucia. Durch Fußgänger, Gastronomie und Veranstaltungen im benachbarten Palais des Congrès sind die landseitigen Kais besonders in der Saison stark belebt.
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Saint-Raphaël: versunkene Geschichte zwischen Altstadt und Estérel
Mehr als vierzig antike Wracks liegen vor der Küste
Saint-Raphaëls 35 Kilometer lange Küste zählt zu den bedeutenden Gebieten der französischen Unterwasserarchäologie. Die Stadt dokumentiert mehr als vierzig antike und dreizehn moderne Wrackstellen. Römische Handelsschiffe transportierten hier Wein in Amphoren, Keramik, Getreide und Baumaterial entlang der Mittelmeerküste.
Das städtische archäologische Museum zeigt Funde aus diesen Schiffen neben Zeugnissen der regionalen Vorgeschichte. Die Sammlung gehört in die mittelalterliche Kirche Sant Rafèu und verbindet damit Unterwasserfunde, frühe Besiedlung und die bauliche Geschichte des Orts an einem einzigen Standort.
Die Kirche Sant Rafèu steht auf wesentlich älteren Schichten
Ausgrabungen unter der ehemaligen Pfarrkirche weisen bereits für das 6. Jahrhundert einen christlichen Bau und Gräber nach. Im 9. oder 10. Jahrhundert entstanden Krypten und eine neue Apsis; der romanische Ausbau folgte im 11. und 12. Jahrhundert. Eine 35 Meter hohe quadratische Turmanlage und weitere Befestigungen kamen im 13. und 14. Jahrhundert hinzu.
Restaurierungsgrabungen zwischen 2003 und 2007 machten mehrere Vorgängerbauten sichtbar. Der kompakte Bereich des früheren Castrums unterscheidet sich deutlich von der planmäßig gewachsenen Küstenstadt des 19. Jahrhunderts. Ende jenes Jahrhunderts entwarf Pierre Aublé die Kirche Notre-Dame de la Victoire mit byzantinischen und maurischen Anklängen; 2004 erhielt sie den Rang einer Basilika.
Hier begann 1926 ein neues Kapitel des autonomen Tauchens
Der Marineoffizier Yves Le Prieur erprobte 1926 in Saint-Raphaël ein autonomes Druckluft-Tauchgerät. Anders als schwere, über Schläuche von der Oberfläche versorgte Systeme gab es dem Taucher eine eigene Luftreserve. Die Entwicklung war noch nicht mit späteren Atemreglern identisch, markierte aber einen entscheidenden Schritt zum unabhängigen Tauchen.
Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ zahlreiche Wracks vor dem Estérel. Die Landung der Alliierten in der Provence begann am 15. August 1944 entlang dieses Küstenabschnitts; die nahe gelegene Nécropole nationale de Boulouris erinnert an die dabei gefallenen Soldaten. Vor dem roten Gestein des Estérel liegen dadurch antiker Handel, technische Tauchgeschichte und die Ereignisse von 1944 ungewöhnlich dicht beieinander.