St. Mandrier-sur-Mer – Marina Port Pin Rolland
Liegeplätze und Werftinfrastruktur in Port Pin Rolland
Port Pin Rolland liegt an der Westseite der Halbinsel Saint-Mandrier in der geschützten Reede von Toulon. Der privat betriebene Standort verbindet eine Marina mit einer großen Reparatur- und Lagerwerft. Der Betreiber nennt 400 Liegeplätze im Wasser und 300 Plätze an Land. Die Anlage ist besonders auf größere Fahrtenyachten und Mehrrumpfboote ausgerichtet; einen freien Platz und die für Breite, Tiefgang und Arbeiten geeignete Position weist das Hafenbüro zu.
Die aktuelle Betreiberseite bestätigt Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen für Damen und Herren. Wasser und Strom an den Stegen werden in der regionalen Hafenbeschreibung genannt, doch der Betreiber veröffentlicht weder die Ausstattung jedes einzelnen Platzes noch Steckertypen oder Stromstärken. Diese Details sind deshalb vorab beim Hafenbüro zu bestätigen. Eine öffentlich zugängliche Absaugstation für Schmutzwasser ist in den aktuellen Unterlagen nicht eindeutig ausgewiesen.
Das Werftgelände umfasst eine 800 Quadratmeter große Arbeitsfläche, 9.200 Quadratmeter Winterlager und 12.700 Quadratmeter Arbeitslager. Für das Heben stehen unter anderem ein 80-Tonnen-Roulev, zwei 30-Tonnen-Roulevs, hydraulische Anhänger bis 40 Tonnen, Hubfahrzeuge und ein 25-Tonnen-Kranwagen bereit. Hinzu kommen Werkstätten, Segelmacherei, Sattlerei, Schiffsausrüster, Waschsalon, Restaurant, Abfallölannahme und 180 Kundenparkplätze. Sämtliche Arbeiten und Hebevorgänge müssen direkt mit dem Betrieb vereinbart werden.
Eine feste öffentliche Tankstelle weist Port Pin Rolland in seinem aktuellen Serviceverzeichnis nicht aus. Eine ältere regionale Hafeninformation nennt Kraftstofflieferung per Tankwagen; darauf sollte man sich ohne aktuelle Bestätigung jedoch nicht verlassen. Tankstelle, Liefermöglichkeit und Termin sind daher vor der Ankunft beim Hafenbüro zu klären. Kostenloses WLAN wird ausdrücklich nur im Bereich des Handlingsbüros genannt.
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Saint-Mandrier: von der Insel Cépet zur befestigten Marinehalbinsel
Meeresströmungen machten aus der Insel Cépet eine Halbinsel
Saint-Mandrier war ursprünglich die Insel Cépet. Sand und Sedimente lagerten sich zwischen ihr und dem Festland ab; spätestens im 17. Jahrhundert entstand über den Isthmus von Les Sablettes die heutige Verbindung. Die Halbinsel schließt die südliche Seite der Reede von Toulon ab und besitzt dadurch seit Jahrhunderten strategische Bedeutung.
Der alte Ortshafen im Creux Saint-Georges lebte lange von Fischerei und Sandhandel. Heute prägen Marine, Bootsbau und Yachtwerften große Teile der lokalen Wirtschaft. Port Pin Rolland gehört zu dieser jüngeren industriellen Hafengeschichte: Der Standort ist nicht nur Liegeplatz, sondern ein ausgedehntes Arbeitsgelände für Reparatur, Umbau und Lagerung.
Quarantäne und Marinehospital hinterließen ein ungewöhnliches Erbe
Die geschützten Buchten der Reede dienten nicht allein der Flotte. Im Bereich des Lazaretts wurden Menschen und Waren isoliert, wenn Seuchenverdacht bestand. Das Marinehospital von Saint-Mandrier entwickelte sich später zu einem zentralen Teil des örtlichen Lebens. An sein medizinisches Personal erinnert heute ein eigenes Denkmal auf dem franco-italienischen Friedhof.
Dieser Friedhof wurde 1948 zur nationalen Nekropole erklärt. Dort ruhen französische und ausländische Soldaten des Ersten Weltkriegs; ein Kolumbarium nahm später die sterblichen Überreste italienischer Soldaten des Zweiten Weltkriegs auf. Das Gelände erzählt damit gleichzeitig von Militärmedizin, Bündnissen und den europäischen Kriegen des 20. Jahrhunderts.
Eine Steinpyramide erinnert an Admiral Latouche-Tréville
Das auffälligste Monument des Friedhofs ist das pyramidenförmige Grabmal des Vizeadmirals Louis-René Latouche-Tréville. Er starb 1804 an Bord der „Bucentaure“ in der Reede von Toulon. Das 1810 errichtete Mausoleum stand zunächst nahe dem Signalposten; 1902 und 1903 wurde es Stein für Stein auf das Friedhofsgelände versetzt.
Fortifikationen auf Cap Cépet und entlang der Halbinsel spiegeln dieselbe strategische Lage wider. Im August 1944 hielten sich deutsche Truppen in den Küstenstellungen, bevor die Kämpfe um Toulon endeten. Teile Saint-Mandriers werden bis heute von der französischen Marine genutzt. Küstenweg, Batterien, Friedhof und ehemalige Hospitalanlagen machen die lange militärische Prägung auch außerhalb abgeschlossener Marinebereiche sichtbar.