Sanary-sur-Mer – Port de Sanary-sur-Meer

Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Sanary-sur-Mer

Der kommunale Hafen von Sanary-sur-Mer vereint Freizeitboote, Fischer und eine bedeutende Flotte traditioneller „pointus“. Die Stadt legt ihre Gebühren auf eine maximale Gesamtkapazität von 600 Liegeplätzen aus. Gastplätze können über Navily, telefonisch oder über die Capitainerie auf UKW-Kanal 9 angefragt werden. Wegen der engen historischen Beckenform ist die bestätigte Zuweisung vor der Einfahrt maßgeblich.

Wasser und Strom stehen an den ausgerüsteten Plätzen bereit. Veröffentlicht sind 230 Volt mit je nach Liegeplatz 16 bis 64 Ampere. Die Sanitär-Anlage neben der Capitainerie umfasst je drei Duschen und zwei Toiletten für Damen und Herren sowie ein barrierefreies WC. Ein Badge wird bei der Anmeldung für die Dauer des Aufenthalts ausgegeben und muss vor der Abfahrt zurückgegeben werden.

Die Pumpe für Grau- und Schwarzwasser befindet sich am Versorgungssteg und wird nach Terminvereinbarung genutzt. Technische Sonderabfälle gehören zum „Point Propre“ auf der Arbeitsfläche. Kran- und Unterwasserarbeiten finden regulär donnerstagvormittags in festgelegten Frühjahrs- und Herbstzeiträumen statt; Notfälle werden separat behandelt. Der Kran hebt bis acht Tonnen. Reservierung, Gewicht, Breite, Anschlagplan und Arbeitsumfang sind mindestens eine Woche vorher abzustimmen.

Die Tankstelle liegt links an der Hafeneinfahrt und verkauft Diesel sowie bleifreies Benzin 98. Sie ist mit Bankkarte rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche zugänglich. Vor dem Anlegen sollten Wassertiefe, freie Seite und Eignung für die Bootsgröße dennoch mit der Capitainerie geklärt werden.

Die historischen pointus sind keine Dekoration, sondern teils geschützte und aktiv gepflegte Fahrzeuge. Ihre Liegeplätze und Manöverräume dürfen nicht als freie Gastflächen genutzt werden. Auch Markt- und Veranstaltungsbetrieb kann den Zugang an den landseitigen Kais zeitweise verändern.

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Anreise und Einkaufen

Sanary-sur-Mer: Pointus, Tauchpioniere und deutschsprachiges Exil

Der Hafen bewahrt eine außergewöhnliche Flotte traditioneller Boote

Sanary hieß ursprünglich Saint-Nazaire und entwickelte sich als Fischerhafen. Die schlanken provenzalischen Holzboote mit spitzem Bug und Heck werden „pointus“ genannt. Viele tragen weiterhin Lateinersegel oder die typische farbige Bemalung.

Die örtliche Flotte umfasst 58 Boote mit dem Prädikat „Bateau d’intérêt patrimonial“; vier pointus stehen als Monuments historiques unter Schutz. Vereine halten sie fahrbereit und vermitteln damit Bauweise, Fischerei und Hafenalltag über reale Fahrzeuge statt über Nachbauten. Der romanische Turm aus dem 13. Jahrhundert erinnert unmittelbar am Becken an die frühere Sicherung des Küstenplatzes.

Frédéric Dumas gehörte zu den Pionieren des autonomen Tauchens

Der in Sanary lebende Frédéric Dumas erforschte die Küste zunächst als Apnoetaucher. Gemeinsam mit Jacques-Yves Cousteau und Philippe Tailliez gehörte er später zu den „Mousquemers“. 1943 erprobten sie vor der benachbarten Küste die neue Druckluft-Atemtechnik, die längere selbstständige Tauchgänge ermöglichte.

Dumas beteiligte sich an Unterwasserarchäologie, Filmaufnahmen und technischen Versuchen. Das nach ihm benannte Museum sammelt Geräte und Dokumente dieser Entwicklung. Sanarys Verbindung zur Tauchgeschichte entstand somit aus praktischer Arbeit in den Buchten der Region, nicht erst durch späteren Tourismus.

Zwischen 1933 und 1940 wurde das Fischerdorf zum Zufluchtsort

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme flohen zahlreiche deutsche und österreichische Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle nach Frankreich. Das damals kleine und preiswerte Sanary wurde zu einem ihrer wichtigsten Treffpunkte. Thomas Mann, Heinrich Mann, Klaus Mann, Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht, Franz Werfel, Alma Mahler-Werfel und weitere Exilierte lebten zeitweise hier.

Das Hôtel de la Tour am Hafen erscheint in vielen Briefen und Erinnerungen; Klaus Mann nutzte seine Adresse 1933 zeitweise als Wohnanschrift. Mit Kriegsbeginn wandelte sich die vermeintliche Sicherheit. Manche Exilierte wurden in Frankreich interniert, andere flohen über Spanien und Portugal in die USA. Ein Erinnerungsweg verbindet heute die Wohn- und Arbeitsorte. Hinter der heiteren Hafenfront steht damit auch die Geschichte einer vor Verfolgung geflohenen europäischen Kultur.

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