Porquerolles – Port de Porquerolles
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Porquerolles
Der Port de Porquerolles liegt an der Nordseite der Insel und besitzt nach aktueller städtischer Übersicht 604 Liegeplätze, davon 310 für Gäste. Die maximal genannte Bootslänge beträgt 35 Meter. Liegeplätze verteilen sich auf Kais, Stege und saisonal genutzte Bereiche; Abmessungen und Wassertiefe unterscheiden sich. Die Zuweisung erfolgt durch die Capitainerie auf UKW-Kanal 9 und ist besonders in der Hochsaison vor der Einfahrt abzuwarten.
Wasser und Strom stehen an ausgerüsteten Kais und Stegen zur Verfügung, aber nicht automatisch an jedem Mooring- oder Außenplatz. Wegen der begrenzten Inselressourcen können Versorgungsregeln saisonal eingeschränkt werden. Sanitär-Anlagen mit Toiletten und Duschen befinden sich im Hafengebiet. Anschlussleistung, Zugangsregelung und die jeweils erlaubte Wasserentnahme müssen bei der Anmeldung bestätigt werden.
Der Hafen besitzt eine technische Arbeitsfläche und bietet Kran- beziehungsweise Auswasserdienste an. Eine aktuelle offizielle Übersicht mit belastbarer maximaler Traglast, Bootsbreite und Stellplatzkapazität ist öffentlich nicht verfügbar. Gewicht, Anschlagplan, Termin und Arbeitsumfang sind daher vorab schriftlich mit dem Betreiber zu klären. Altöl, Batterien und sonstige technische Abfälle gehören an die ausgewiesenen Sammelpunkte; Schmutzwasser darf nur über die vorgesehene Annahme entsorgt werden.
Eine Tankstelle ist im Hafen vorhanden. Die aktuellen Betreiberinformationen nennen jedoch weder verlässlich die Kraftstoffsorten noch ganzjährige Öffnungszeiten, Kartenzahlung oder zulässige Bootsmaße am Tankplatz. Diesel oder Benzin, Betriebsstatus, Wassertiefe und Anlegeseite müssen vor der Anfahrt bei der Capitainerie bestätigt werden.
Fährschiffe nutzen den Hafen intensiv und ihre Manöver haben Vorrang. Porquerolles gehört zum Nationalpark Port-Cros; für Küstenfahrt, Ankern, Fischerei, Feuer und Aufenthalt gelten besondere Schutzregeln. Ein Hafenplatz ersetzt keine Genehmigung für andere Insel- oder Meeresbereiche.
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Porquerolles: Festungsinsel, Mustergut und botanisches Gedächtnis
Fort Sainte-Agathe bewachte Dorf und Reede
Der runde Bau über dem Hafen ist Fort Sainte-Agathe. Die erhöhte Position wurde schon in römischer Zeit zur Beobachtung genutzt. 1531 ordnete François I. an, die vorhandene Befestigung auszubauen und eine Garnison auf Porquerolles zu stationieren. Sie sollte Bewohner und provenzalische Küste gegen Überfälle schützen.
In den folgenden Jahrhunderten entstand auf der Insel ein dichtes System aus Forts und Batterien. Langoustier, Alycastre, Repentance und die Anlagen an den Mèdes kontrollierten unterschiedliche Buchten und Zufahrten. Mehrere Stellungen wurden während der alliierten Landung in der Provence 1944 schwer bombardiert. Sainte-Agathe ist restauriert und dient heute als Ausstellungsort des Nationalparks.
François-Joseph Fournier machte die Insel zum landwirtschaftlichen Betrieb
Der belgische Unternehmer François-Joseph Fournier kaufte Porquerolles 1912 und schenkte sie seiner Frau als Hochzeitsgabe. Er ließ große Flächen bewirtschaften, Wege und Gebäude erneuern und ungefähr 200 Hektar Weinberge anlegen. Neben Wein wurden Gemüse, Früchte und Blumen produziert.
Die wirtschaftliche Neuordnung veränderte auch die Inselbevölkerung, die zuvor stark von Fischerei und Militär geprägt war. Felder und Baumreihen in den vier Ebenen zwischen den bewaldeten Höhenzügen gehen wesentlich auf diese Phase zurück. Der rekonstruierte Moulin du Bonheur erinnert an eine noch ältere Getreidewirtschaft: Sein Mechanismus wurde 2007 nach zehnjähriger Arbeit wieder fertiggestellt.
Der Nationalpark bewahrt auch Kulturpflanzen
Der französische Staat erwarb 1971 den größten Teil der Insel. Seit 1974 gehört Porquerolles zum Nationalpark Port-Cros; Insel und vorgelagerte Felsen wurden 1988 zusätzlich als Landschaft geschützt. Naturschutz umfasst hier nicht nur Wälder, Dünen und Meereslebensräume.
In den Ebenen pflegt das Conservatoire botanique national méditerranéen Sammlungen alter Sorten von Oliven, Feigen und Maulbeeren. Saatgut und lebende Bestände sichern genetische Vielfalt für künftige Landwirtschaft. Porquerolles verbindet dadurch militärische Küstenkontrolle, das groß angelegte Mustergut des frühen 20. Jahrhunderts und einen modernen Schutzauftrag, der Wildpflanzen ebenso berücksichtigt wie überlieferte Kulturpflanzen.