Nizza – Port de Nice
Liegeplätze und Infrastruktur im Port Lympia
Der Port de Nice, auch Port Lympia genannt, ist ein gemischter Stadt-, Fähr-, Kreuzfahrt-, Fischerei- und Yachthafen. Die Metropole nennt 454 Plätze für Boote unter 18 Metern sowie 34 Yachting-Plätze über 18 Meter. Der maximale Tiefgang des Hafens beträgt 7,60 Meter, gilt aber nicht automatisch an jedem Freizeitliegeplatz. Einfahrt und Platzzuweisung müssen auf UKW-Kanal 9 mit dem Service Plaisance abgestimmt werden; Berufsschiffe haben im Verkehrsablauf Vorrang.
Wasser und Strom stehen an den Freizeitliegeplätzen zur Verfügung. Standardplätze besitzen feste 16-Ampere-Anschlüsse; Yachting-Plätze werden je nach Kai mit 63, 125 oder höheren Stromstärken versorgt und separat abgerechnet. Sanitär-Anlagen mit Toiletten und Duschen sind über den Plaisance-Service zugänglich. Leistung, Verbrauch, Zugangssystem und Eignung für das konkrete Boot sind bei der Anmeldung zu bestätigen.
Ein Kran bis 18 Tonnen wird für den Freizeitbereich ausgewiesen. Das große gewerbliche Hafenareal ist davon getrennt und seine Technik steht Marina-Gästen nicht frei zur Verfügung. Für Auswassern oder Arbeiten sind Gewicht, Breite, Anschlagplan, Termin und zulässige Stellzeit verbindlich mit dem Service Plaisance zu klären. Schmutzwasser, Altöl und technische Abfälle dürfen nur an den zugewiesenen Annahmestellen entsorgt werden.
Die Tankstelle besitzt eine eigene Servicenummer. Die aktuelle Metropolseite veröffentlicht weder Kraftstoffsorten noch durchgehende Betriebszeiten oder maximale Anlegemaße. Diesel oder Benzin, Öffnungszeit, Kartenzahlung, Wassertiefe und freie Seite müssen daher vor der Anfahrt direkt bestätigt werden.
Port Lympia liegt im dichten Stadtgebiet und wird durch Fahrgastverkehr stark beansprucht. Ein verfügbarer Tiefwasserbereich oder freier Handelskai ist kein Gastplatz. Das Anlegen ohne ausdrückliche Zuweisung kann Fähr-, Ausflugs- oder Versorgungsbetrieb behindern.
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Port Lympia: ein savoyischer Handelshafen und die Entstehung der Riviera
Der alte Küstenplatz an den Ponchettes war kein sicherer Hafen
Nizza besaß lange nur einen offenen Anlandeplatz vor den Ponchettes am Rand der Altstadt. Fischerboote wurden auf den Strand gezogen, größere Schiffe mussten vor der Küste ankern und ihre Ladung in kleineren Booten löschen. Mehr als zehn Hafenentwürfe des 17. Jahrhunderts blieben unverwirklicht.
Für die Herrscher des Hauses Savoyen wurde ein eigener Mittelmeerhafen zunehmend wichtig. Nachdem die Herzöge 1720 Könige von Sardinien geworden waren, sollte Nizza als Handelszugang ihres überwiegend alpenländischen Staates dienen. Charles-Emmanuel III entschied 1749, das problematische alte Ufer aufzugeben und jenseits des Schlosshügels einen Hafen in der Ebene von Lympia anzulegen.
Das Hafenbecken wurde in sumpfiges Gelände gegraben
Die Arbeiten begannen 1750 und erstreckten sich über etwa ein Jahrhundert. Hinter einer neuen Mole wurden sumpfiges Land und die Umgebung einer Süßwasserquelle ausgehoben. Nacheinander entstanden Becken, Arsenal, Kais, Lagerhäuser und ein eigenes Stadtviertel. Der Hafen war damit kein natürlich vertiefter Einschnitt, sondern ein langfristiges staatliches Infrastrukturprojekt.
Auch Strafgefangene arbeiteten im Hafen; die erhaltene ehemalige Strafanstalt beherbergt heute die Galerie Lympia. Traditionelle „pointus“ der Fischer liegen weiterhin zwischen Freizeit- und Berufsschiffen. Diese Mischung erklärt, warum das Becken trotz seiner farbigen Fassaden nie nur eine dekorative Marina war.
Von Savoyen führte der Hafen in die internationale Winterstadt
Mit dem Anschluss Nizzas an Frankreich 1860 beschleunigten sich Handel, Verkehr und Stadtausbau. Wohlhabende Wintergäste aus Großbritannien und anderen europäischen Ländern ließen Hotels, Villen, Promenaden und Gärten errichten. Dieses städtebauliche Erbe wurde 2021 als „Winterkurstadt der Riviera“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Port Lympia blieb zugleich ein Arbeits- und Verkehrshafen. Fähren, Kreuzfahrt, Zementumschlag, Fischerei und Yachten nutzten denselben begrenzten Raum. Die Straßenbahnlinie 2 endet seit 2019 unter dem Hafenplatz und verbindet das historische Becken direkt mit Innenstadt und Flughafen. Damit steht der Hafen heute sowohl für die savoyische Ausrichtung zum Mittelmeer als auch für Nizzas spätere Rolle als internationale Riviera-Stadt.