La Ciotat – Port de La Ciotat

Liegeplätze und Infrastruktur im Nouveau Port de La Ciotat

Der kommunale Nouveau Port de La Ciotat liegt nordöstlich von Altstadt und Port-Vieux und besteht aus den Becken Bérouard und Capucins. Die Metropole nennt 650 Liegeplätze, davon 13 für Gäste. Der Hafen ist bei Tag und Nacht erreichbar; Capucins gilt als windgeschützt, während Bérouard bei südlichen bis südöstlichen Winden unruhig werden kann. Die Platzzuweisung erfolgt über die Capitainerie auf UKW-Kanal 9.

Wasser und Strom sind an den Stegen verfügbar, doch die offizielle Kurzbeschreibung veröffentlicht keine einheitlichen Anschlusswerte für alle Plätze. Spannung, Stromstärke, Verbrauchsregeln und Wassertiefe müssen deshalb für den zugeteilten Liegeplatz bestätigt werden. Sanitär-Anlagen, Toiletten und Duschen sind vorhanden; aktuelle Zugangszeiten und eine mögliche Schlüssel- oder Kartenregelung nennt die Übersicht nicht vollständig.

Zwischen den beiden Becken liegt die Arbeits- und Abstellfläche. Der Hafen bietet Kranen und Auswassern bis 30 Tonnen sowie eine Sliprampe. Für das konkrete Boot sind Gewicht, maximale Breite, Anschlagplan, Termin und verfügbare Stellfläche vorab freizugeben. Altöl und weitere technische Abfälle gehören an die ausgewiesenen Sammelstellen; Schmutzwasser darf nur über die dafür vorgesehenen Entsorgungswege abgegeben werden.

Die Tankstelle wird mit einem rund um die Uhr nutzbaren Kartenautomaten betrieben. Welche Kraftstoffsorten aktuell angeboten werden und welche maximale Bootslänge oder Wassertiefe am Versorgungsplatz gilt, geht aus der offiziellen Hafenseite nicht hervor. Diesel oder Benzin, Betriebsbereitschaft, Zahlungsmittel und Anlegeseite sollten deshalb vor der Anfahrt geklärt werden.

Der Nouveau Port ist nicht mit dem unmittelbar südwestlich gelegenen Port-Vieux und dem industriellen Werftgelände zu verwechseln. Deren Liegeplätze, Tankanlagen und Hebegeräte gehören zu anderen Betriebsbereichen und stehen Gästen des Nouveau Port nicht automatisch zur Verfügung.

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Anreise und Einkaufen

La Ciotat: Schiffbau, frühes Kino und die Geburt der Pétanque

Der geschützte Golf zog Siedler und Schiffbauer an

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung der Umgebung bereits im späten Neolithikum. Ein fester Platz an der antiken Seeroute entstand vermutlich im 5. Jahrhundert vor Christus. La Ciotat wurde 1429 als eigenständige Gemeinde organisiert; im 16. Jahrhundert brachten Einwanderer aus Genua neue wirtschaftliche Impulse.

Schiffbau ist seit 1622 als gewerbliche Tätigkeit belegt. Louis Benet verwandelte ihn ab 1836 in eine Industrie und ließ mit der „Phocéen“ das erste hier gebaute Dampf- und Segelschiff zu Wasser. Unter den Messageries Maritimes entstanden später Passagierschiffe, Tanker und Gastanker. Nach dem Einbruch des Großschiffbaus wurde die letzte Neubau-Einheit, die „Monterrey“, im Dezember 1987 vom Stapel gelassen. Das Werftgelände arbeitet heute vor allem an großen Yachten.

Die Familie Lumière erprobte hier den neuen Film

Antoine Lumière und seine Söhne besaßen in La Ciotat eine Sommerresidenz. Mehrere der frühesten Filme entstanden in diesem Umfeld. „L’Arroseur arrosé“ wurde am 21. September 1895 bei einer privaten Vorführung im Palais Lumière gezeigt; der Gärtner François Clerc spielte darin die zentrale komische Rolle.

Auch „L’Arrivée d’un train en gare de La Ciotat“ machte den Ortsnamen dauerhaft mit dem frühen Kino verbunden. Das 1889 errichtete Eden-Théâtre gilt heute als älteste noch betriebene Kinovorführstätte der Welt. Residenz, Bahnhofsmotiv und Eden zeigen, dass La Ciotats Filmgeschichte nicht nur aus einer einzelnen Aufnahme besteht, sondern aus Produktion, privater Erprobung und öffentlicher Vorführung.

Ein eingeschränktes Boulespiel wurde zur Pétanque

Eine weitere weltweit verbreitete Idee entstand auf einem Spielplatz der Stadt. Beim provenzalischen „jeu provençal“ nahmen Spieler Anlauf. Jules Hugues, genannt „Le Noir“, konnte wegen gesundheitlicher Beschwerden nicht mehr auf diese Weise werfen. Um 1907 bis 1910 wurde die Distanz verkürzt und mit fest nebeneinander stehenden Füßen gespielt.

Aus „pieds tanqués“, den verankerten Füßen, wurde der Name Pétanque. Die neue Form benötigte weniger Fläche und körperlichen Anlauf und verbreitete sich weit über Südfrankreich hinaus. La Ciotat verbindet damit drei sehr unterschiedliche technische und soziale Umbrüche: industrielle Dampfschiffe, bewegte Bilder und ein vereinfachtes Hafenspiel, das zum internationalen Sport wurde.

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