Ile des Embiez (Ile de la Tour Fondue, ) – Port des Embiez

Liegeplätze und Infrastruktur im Port Saint-Pierre des Embiez

Der Inselhafen Saint-Pierre des Embiez verfügt über 750 Liegeplätze, davon 100 für Gäste. Nach aktuellen Betreiberangaben können Boote bis 40 Meter Länge, 7,50 Meter Breite und drei Meter Tiefgang aufgenommen werden. Tagesplätze sind nicht reservierbar und nur nach Verfügbarkeit kostenlos; für eine technische Tagespause mit Wasser und Strom wird eine Zusatzleistung angeboten. Nachtplätze können über den Hafen gebucht werden. Die Anmeldung erfolgt auf UKW-Kanal 9.

Wasser und Strom sind an jedem Kai vorhanden. Die Spannung und maximal verfügbare Stromstärke werden nicht als einheitliche Werte für alle Plätze veröffentlicht und sind mit der Zuweisung zu bestätigen. Sanitär-Anlagen mit Duschen, Toiletten und Abwaschplätzen, Wäscherei, kostenloses WLAN, Supermarkt, Geldautomat und Schiffsausrüster liegen im Hafenbereich. Ein Nachtwächter ist täglich im Einsatz; Videoüberwachung ergänzt die Kontrolle.

Schmutzwasser wird über die vorgesehenen Anlagen entsorgt, Wertstoffe und technische Abfälle über Sammelpunkte auf der Insel. Die ganzjährig geöffnete Arbeitsfläche ist für Reinigung, Anstrich und Rumpfwartung ausgestattet; ihr Wasser wird aufbereitet. Der Betreiber nennt öffentlich keine verbindliche maximale Traglast des Hebegeräts. Kranen, Auswassern, Bootsbreite, Gewicht, Anschlagplan und Abstellzeit müssen deshalb vorab technisch bestätigt werden.

Die Tankstelle ist nach Hafenangabe sieben Tage pro Woche rund um die Uhr zugänglich. Welche Kraftstoffsorten angeboten werden, welche Zahlungsmittel gelten und welche maximale Größe am Tanksteg zulässig ist, wird in der aktuellen Übersicht nicht eindeutig genannt. Diesel oder Benzin, Betriebsstatus, Wassertiefe und Anlegeseite sind daher vor der Anfahrt bei der Capitainerie zu erfragen.

Die Île des Embiez ist fast autofrei und nur per Fähre oder eigenem Boot erreichbar. Lieferverkehr, Fahrgastschiffe und Hafenbetrieb nutzen dennoch dieselben Kernflächen. Die freie Tagesliegezeit ist kein Anspruch auf einen Platz; Anweisungen des Hafenpersonals und zeitliche Begrenzungen bleiben maßgeblich.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Ile des Embiez (Ile de la Tour Fondue, ) – Port des Embiez
Ansicht von Ile des Embiez (Ile de la Tour Fondue, ) – Port des Embiez. Foto: Marianne Casamance / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Les Embiez: Salinen, Inselhafen und frühe Meeresforschung

Aus zwei Inseln wurde eine Salzlandschaft

Der Name Embiez wird vom lateinischen „ambo“, also „beide“, hergeleitet. Gemeint waren die früher getrennten Inseln Embiez und Tour Fondue. Im flachen Zwischenraum entstanden Salinen, die beide Landteile schließlich zu der heutigen Inselform verbanden.

Bereits im 10. Jahrhundert nutzten Mönche der Abtei Saint-Victor in Marseille die Salzflächen. Der Betrieb wechselte über die Jahrhunderte mehrfach den Eigentümer und blieb bis 1938 bestehen. Auch Weinbau prägte das trockene Inselrelief; erste Reben sind für 1580 dokumentiert. So entstand die heutige Landschaft nicht allein durch Natur, sondern ebenso durch Salzbecken, Dämme und landwirtschaftliche Nutzung.

Der Hafen wurde zunächst im Trockenen ausgehoben

Paul Ricard kaufte die Insel 1958. Zwei Jahre später begann der Bau des Port Saint-Pierre. Das neue Becken wurde in den ehemaligen Salinen im Norden zunächst an Land ausgehoben und erst anschließend mit dem Meer verbunden. Der heutige Yachthafen ist daher kein ausgebauter Naturhafen, sondern ein gezielt in die historische Salzlandschaft gesetztes Ingenieurbauwerk.

Ricard ließ Unterkünfte, Wege und Freizeiteinrichtungen entwickeln, hielt den Autoverkehr jedoch weitgehend von der Insel fern. Die Fläche umfasst rund 95 Hektar; Pinien, Weinberge, ehemalige Salinen und felsige Buchten liegen in unmittelbarer Nähe des Hafenbeckens.

Der Protest gegen Rotschlamm führte zu einem Meeresinstitut

Anfang der 1960er Jahre kämpften Paul Ricard und der Arzt und Meeresforscher Alain Bombard gegen die Einleitung von Rückständen aus der Bauxitverarbeitung vor Cassis. Das Projekt wurde dennoch genehmigt. Als dauerhafte Antwort gründeten sie 1966 auf Les Embiez das Observatoire de la Mer, aus dem das Institut océanographique Paul Ricard hervorging.

1973 eröffnete das Institut im Fort Saint-Pierre ein öffentliches Aquarium, eines von damals nur drei an der französischen Mittelmeerküste. Forschung und Vermittlung befassten sich früh mit Meeresverschmutzung, Aquakultur und Küstenökologie. Heute betreut das Institut im Hafen unter anderem künstliche Jungfischhabitate. Damit liegt neben einem aus ehemaligen Salinen geschaffenen Hafen ein Forschungsstandort, dessen Entstehung direkt auf einen der frühen französischen Konflikte um industrielle Mittelmeerverschmutzung zurückgeht.

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