Hyères – Port Saint Pierre
Liegeplätze und Infrastruktur im Port Saint-Pierre
Der Port Saint-Pierre ist der Haupthafen von Hyères und gliedert sich in vier Becken. Aktuelle kommunale Planungsunterlagen nennen mehr als 1.400 Liegeplätze, davon rund 500 für Gäste, und Boote bis 37 Meter. Diese Größenordnung ersetzt nicht die konkrete Platzfreigabe: Becken, Tiefgang, Breite und saisonale Verfügbarkeit sind vor der Einfahrt mit der Capitainerie abzustimmen.
Wasser und Strom stehen an den Liegeplätzen zur Verfügung. Die Anschlussleistung ist nicht für jeden Steg einheitlich veröffentlicht und muss entsprechend Bootsgröße und zugewiesenem Platz bestätigt werden. Sanitär-Anlagen mit Toiletten und Duschen, WLAN, Wetterinformationen sowie zahlreiche nautische Betriebe befinden sich im Hafenquartier. Mehrere öffentliche und nutzergebundene Parkbereiche liegen rund um die Becken; Regeln und Gebühren ändern sich saisonal.
Für Bilgen- und Schmutzwasser sowie Altöl und ölhaltige Abfälle sind Sammel- und Absaugeinrichtungen vorgesehen. Die zwei technischen Zonen verfügen über Kran- und Liftbetrieb sowie Flächen zum Abstellen und Bearbeiten von Booten. Veröffentlicht sind unter anderem Leistungen mit einem selbstfahrenden Bootslift und einem 2,5-Tonnen-Gabelstapler, jedoch keine belastbare pauschale Maximaltraglast für jedes Hebegerät. Gewicht, Breite, Anschlagplan und Termin müssen daher durch den Hafenbetrieb freigegeben werden.
Eine Tankstelle versorgt Boote im Hafengebiet. Welche Kraftstoffsorten, Öffnungszeiten, Kartenzahlung und maximale Anlegemaße aktuell gelten, geht aus der derzeit zugänglichen offiziellen Übersicht nicht vollständig hervor. Vor dem Einlaufen zur Tankstelle sind Diesel oder Benzin, Betriebsbereitschaft, Wassertiefe und freie Seite direkt zu bestätigen.
Im Port Saint-Pierre liegen neben Freizeitbooten auch Fischerei, Segelschule, Fahrgastschiffe und Vercharterer. Die Verkehrswege an den Becken sind deshalb nicht reine Marina-Flächen. Besonders bei Fähr- und Ausflugsverkehr ist der angewiesene Kurs einzuhalten und der Arbeitsbereich von Berufsschiffen freizuhalten.
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Hyères: griechische Festung, Salzlandschaft und mittelalterliche Stadt
Olbia sicherte den Seehandel von Massalia
Im 4. Jahrhundert vor Christus gründeten Griechen aus Massalia an der Küste die befestigte Siedlung Olbia, deren Name „die Glückliche“ bedeutet. Die Bewohner waren zugleich Soldaten, Bauern, Fischer und Händler. Ihre Aufgabe bestand vor allem darin, den Seeweg entlang dieser Küste zu kontrollieren und den Handel der Mutterstadt Marseille zu schützen.
Olbia ist außergewöhnlich, weil der vollständige Grundriss einer solchen griechischen Kolonie erhalten blieb. Innerhalb der Mauern lassen sich Straßen mit Gehwegen und Kanalisation, Wohnblöcke, Geschäfte, Brunnen, Thermen und Heiligtümer nachvollziehen. Die Stadt wurde rund tausend Jahre lang weitergenutzt; auf dem Gelände entstanden später auch römische Bauten und die mittelalterliche Abtei Saint-Pierre de l’Almanarre.
Salz prägte die Küste über viele Jahrhunderte
Flache Lagunen, Sonne und Mistral boten ideale Bedingungen für Salinen. Eine Urkunde aus dem Jahr 963 nennt zugleich den Ort Hyères und seine Salzgewinnung. Im 13. Jahrhundert wurde das Salz weit über die Region hinaus gehandelt. Die großen Anlagen von Pesquiers und den Vieux Salins beschäftigten im 19. und 20. Jahrhundert während der Ernte Hunderte Saisonarbeiter.
Die Produktion endete 1994. Seit 2001 schützt der Conservatoire du littoral die ehemaligen Salinen. Aus der technischen Kulturlandschaft wurde ein bedeutender Lebensraum: Die Stadt dokumentiert dort etwa 320 Vogelarten und fast 300 Pflanzenarten. Wege, Dämme und Wasserflächen lesen sich deshalb zugleich als Industriegeschichte und als Naturschutzgebiet.
Die Altstadt entstand weit oberhalb des modernen Hafens
Das mittelalterliche Hyères entwickelte sich am Hang unter seiner Burg, nicht an der heutigen Marina. König Ludwig IX. landete 1254 nach seiner Rückkehr vom Kreuzzug in Hyères. Mauern, Stadttore und die Ruinen des Château d’Hyères erinnern an die strategische Lage über Küstenebene und Inseln.
Im 19. Jahrhundert wandelte sich Hyères zu einem bekannten Winterkurort. Villen, Gärten und später die modernistische Villa Noailles ergänzten die antike und mittelalterliche Stadt. Port Saint-Pierre gehört dagegen zur jüngeren, flachen Küstenstadt. Zwischen Hafen, Salin des Pesquiers, Olbia und Altstadt liegen deshalb mehrere klar voneinander unterscheidbare Schichten einer 2.400-jährigen Geschichte.