Golfe Juan – Vieux Port Golfe Juan

Liegeplätze und Infrastruktur im Vieux Port de Golfe-Juan

Der Vieux Port de Golfe-Juan ist der ältere und östliche der beiden unmittelbar benachbarten Häfen. Die Stadt nennt 805 Liegeplätze, darunter 132 Gastplätze mit Wasser und Strom. Zugelassen sind Boote bis 34 Meter; der örtliche Hafenplan weist je nach Becken ungefähr ein bis drei Meter Tiefe aus, die Hafenordnung höchstens 2,70 Meter Tiefgang. Für die tatsächliche Zuweisung sind Bootsmaße und aktueller Wasserstand vor der Einfahrt auf UKW-Kanal 12 zu melden.

Wasser und Strom stehen an Kais und Stegen bereit. Die veröffentlichte Übersicht nennt Anschlüsse bis 220 Volt und 125 Ampere, aber keine einheitliche Leistung für jeden Platz. Sanitär mit kostenlosen Duschen und Toiletten, Wäscherei, kostenloses WLAN, Wetteranzeige, Gepäckwagen und Hilfe beim An- und Ablegen gehören zum Service. Nachtwache, Videoüberwachung und eine permanente Rufbereitschaft sichern das Gelände.

Eine Pumpstation nimmt Abwasser aus Bootstanks auf; zusätzlich wird eine Bilgenwasserpumpe genannt. Altöl, Filter, Batterien und weitere technische Abfälle gehören an die vorgesehenen Sammelpunkte. Der Hafen besitzt zwei Sliprampen. Zwei Arbeitsflächen und zwei Kräne bis 15 Tonnen werden von der Stadt ausgewiesen; Termin, Bootsbreite, Anschlagplan und aktuelle Betriebsfreigabe sind vorab zu bestätigen.

Eine verlässlich dokumentierte öffentliche Tankstelle liegt im benachbarten Port Camille Rayon am Quai Napoléon. Dort werden normal versteuerter und steuerbegünstigter Kraftstoff angeboten. Ältere Seiten des Vieux Port erwähnen außerdem eine automatische Zapfsäule innerhalb des Hafens, die aktuelle Betreiberübersicht bestätigt deren Sorten und Betriebsstatus jedoch nicht eindeutig. Vor der Anfahrt sind deshalb Standort, Diesel oder SP98, Öffnungszeit, Kartenzahlung und Wassertiefe telefonisch zu klären.

Seit Juli 2024 wird der Vieux Port in einer neuen Konzession der Industrie- und Handelskammer Nice Côte d’Azur betrieben. Für 2026 bis 2028 sind umfangreiche Umbauten angekündigt. Dabei sollen Liegeplatzzahl und Charakter als Fischerei- und Vereinshafen erhalten bleiben; Wege, Servicepunkte und einzelne Arbeitsbereiche können während der Bauphasen abweichen.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Vieux Port Golfe Juan
Ansicht von Vieux Port Golfe Juan. Foto: Florian Pépellin (Floflo) / Wikimedia Commons, Lizenz Public domain.

Golfe-Juan: Napoleons Landung, Fischerei und Vallauriser Keramik

Am 1. März 1815 begann hier die Herrschaft der Hundert Tage

Napoleon verließ Elba am 26. Februar 1815 heimlich mit einer Flottille aus sieben Schiffen. Am Nachmittag des 1. März ging er in Golfe-Juan an Land. Er kannte die geschützte Bucht aus seiner militärischen Vergangenheit und vermied die stärker kontrollierten Hafenstädte der Küste.

Von dem damaligen Fischerdorf zog Napoleon mit seinen Soldaten ins Landesinnere. Die später so genannte Route Napoléon folgt dem Weg über die Alpen nach Grenoble; am 20. März erreichte er Paris. Die Landung bei Golfe-Juan markiert damit den Beginn der Hundert Tage, die mit seiner endgültigen Niederlage bei Waterloo endeten.

Der Hafen wuchs mit Fischerei und Keramikexport

Golfe-Juan blieb lange die maritime Siedlung der landeinwärts gelegenen Gemeinde Vallauris. Der heutige Hafen wurde ab 1889 entwickelt und 1896 als kommunales Bauwerk fertiggestellt. Neben der Fischerei diente er dem Versand der in Vallauris industriell gefertigten Kochkeramik. Noch heute liegen Berufsfischer im Vieux Port; ein eigener Steg und der regelmäßige Direktverkauf des Fangs halten diese Funktion sichtbar.

Der große Port Camille Rayon entstand erst 1989 westlich des alten Beckens. Beide Häfen besitzen deshalb unterschiedliche Identitäten: Der Vieux Port verbindet kleinere Freizeitboote, Vereine, Fahrgastschiffe und Fischerei, während sein jüngerer Nachbar für große Yachten und einen umfangreichen Werftbetrieb ausgelegt ist.

Picasso veränderte die alte Töpferstadt Vallauris

Vallauris war schon im 19. Jahrhundert für robuste Gebrauchskeramik bekannt. Clément Massier machte metallisch schimmernde Glasuren international bekannt, doch nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Gewerbe im Umbruch. Pablo Picasso ließ sich 1948 in Vallauris nieder und arbeitete dort intensiv mit Keramik.

Seine Anwesenheit zog Künstler und Besucher an und leitete das „goldene Zeitalter“ der Vallauriser Keramik in den 1950er Jahren ein. 1955 schenkte Picasso dem französischen Staat das monumentale Werk „La Guerre et la Paix“, das in der Kapelle des früheren Schlosses ausgestellt wird. Damit treffen im Gemeindegebiet drei bis heute greifbare Geschichten zusammen: Napoleons Landung an der Bucht, der Fischerei- und Exporthafen sowie die internationale Keramikkunst von Vallauris.

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