Fréjus – Port Fréjus

Liegeplätze und Infrastruktur in Port-Fréjus

Port-Fréjus verfügt nach dem aktuellen Hafenplan über 895 Liegeplätze an festen Betonstegen. Die Boxen reichen von kleinen Plätzen ab 5,50 Metern bis zu Liegeplätzen für Yachten bis 40 Meter; für die Zufahrt zum inneren Kanal gilt eine Durchfahrtshöhe von 3,50 Metern. Der Hafen nennt für seine Liegeplätze einen möglichen Tiefgang bis 3,50 Meter. Maße, Wassertiefe und die konkrete Zuweisung müssen dennoch vor der Einfahrt mit der Capitainerie abgestimmt werden.

Wasser und Strom stehen an sämtlichen Stegen bereit. Für Boote bis 15 Meter nennt der Betreiber 230 Volt mit 16 Ampere, für größere Einheiten 380 Volt mit 63 Ampere; abweichende Leistungen können auf Anfrage eingerichtet werden. Vier Sanitär-Blöcke mit Toiletten und Duschen verteilen sich über das Hafengelände. Eine Wäscherei, kostenloses WLAN, Wetteranzeige, Videoüberwachung, ganzjährige Nachtwache und Hilfe beim An- oder Ablegen gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Für Schmutzwasser gibt es eine Absauganlage; bei Booten bis 15 Meter wird außerdem ein kostenloser, terminpflichtiger mobiler ECOTANK-Service genannt. Technische Abfälle wie Altöl, Öl- und Dieselfilter, Batterien sowie mit Kohlenwasserstoffen verschmutzte Stoffe gehören an die ausgewiesene Sammelstelle. Die Sliprampe ist reglementiert. Nahe der Rampe steht zudem eine Anlage zur Bootswäsche mit entsalztem Meerwasser bereit.

Die Tankstelle ist in der Saison nach Betreiberangabe täglich von 8 bis 20 Uhr besetzt, außerhalb der Saison von 8 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr. Eine Kartenzapfsäule ist rund um die Uhr nutzbar. Welche Kraftstoffsorten aktuell verfügbar sind, wird auf der Serviceseite nicht verlässlich ausgewiesen; dies sowie Wassertiefe, Anlegeseite und Betriebsstatus sollten vor der Anfahrt bestätigt werden.

Der technische Bereich bearbeitet Boote bis 22 Meter. Genannt werden ein 75-Tonnen-Lift, ein 30-Tonnen-Mobilkran, ein selbstfahrender Hydrauliktrailer und rund 5.000 Quadratmeter Arbeitsfläche an Land. Krantermin, zulässige Breite, Anschlagpunkte, Abstellzeit und die Freigabe für das konkrete Boot sind direkt mit dem Werftbetrieb zu vereinbaren.

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Fréjus: vom römischen Forum Iulii zum neuen Hafen

Forum Iulii verband Landstraßen und Mittelmeer

Das römische Fréjus trug den Namen Forum Iulii. Die Kolonie lag an der Via Aurelia und entwickelte sich zu einem strategischen Handels- und Militärplatz der Provinz Gallia Narbonensis. Der antike Hafen umfasste etwa 20 Hektar und lag damals unmittelbar am Meer, während sein Gelände heute durch Verlandung mehrere hundert Meter hinter der modernen Küstenlinie liegt.

Nach der Seeschlacht von Actium im Jahr 31 vor Christus wurden hier Kriegsschiffe stationiert, die Octavian dem Flottenverband von Marcus Antonius abgenommen hatte. Mauern und ein massiver Wellenbrecher schützten das Becken. Die sogenannte Laterne des Augustus markierte dessen Einfahrt; trotz ihres Namens war sie kein Leuchtturm im modernen Sinn.

Die Hafenstadt besaß monumentale Infrastruktur

Forum Iulii erhielt Theater, Thermen, Amphitheater und eine mehr als 40 Kilometer lange Wasserleitung. Das Amphitheater entstand zu Beginn des 2. Jahrhunderts außerhalb der Stadtmauer nahe der Porte des Gaules. Es diente Tierhetzen und Gladiatorenkämpfen und macht die Größenordnung der römischen Stadt bis heute sichtbar.

Am alten Hafen lagen Wohn- und Repräsentationsbereiche auf der Butte Saint-Antoine und der Plate-forme. Laufende Grabungen verändern das Bild dieses Viertels weiter: 2025 legten Archäologen am östlichen Rand eine vollständig erhaltene hölzerne Kaikonstruktion frei. Der Fund zeigt, dass die heute im Boden liegenden Ostkais zur Römerzeit tatsächlich im offenen Hafenwasser standen.

Port-Fréjus ist ein Hafen des späten 20. Jahrhunderts

Der heutige Yachthafen ist nicht der ausgebaute Rest des römischen Beckens. Das Projekt entstand Ende der 1970er Jahre als Teil einer neuen Verbindung zwischen Strand und Altstadt. Nach rund zehn Jahren Bauzeit wurde Port-Fréjus am 12. Juli 1989 eröffnet. Das Hafenbecken wurde landeinwärts angelegt und von einem neuen Stadtquartier mit Promenaden, Wohnungen und Gewerbe umgeben.

Mit Port-Fréjus II wurde diese städtebauliche Achse später durch einen schiffbaren Kanal verlängert. Dessen Blickrichtung auf den Glockenturm der Altstadt ist bewusst gewählt; der Kanal endet nahe dem Gelände des antiken Hafens. So treffen in Fréjus zwei völlig verschiedene Hafenanlagen aufeinander: ein im Schwemmland erhaltenes römisches Wirtschafts- und Militärzentrum und eine Marina, die erst am Ende des 20. Jahrhunderts die Stadt wieder unmittelbar mit dem Meer verband.

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