Cavalaire-sur-Mer – Port de Cavalaire-sur-Mer
Liegeplätze und Infrastruktur im Port Heraclea
Port Heraclea umfasst die beiden früher getrennten Hafenbecken von Cavalaire und besitzt rund 1.100 Liegeplätze, davon 1.015 Dauerplätze. Plätze nehmen Boote von etwa 7 bis 24 Metern auf. Für kurze Aufenthalte werden derzeit keine Vorreservierungen angenommen; freie Plätze müssen am Ankunftstag telefonisch oder auf UKW-Kanal 9 erfragt und vor der Einfahrt genehmigt werden. Zusätzlich gibt es eine organisierte Bojenzone vor dem Hafen mit saisonalem Fährdienst.
Wasser und Strom mit 220 Volt stehen an den Kais bereit und sind bei Gastplätzen im Preis enthalten. Die Capitainerie kann beim Festmachen helfen. Drei Sanitär-Bereiche umfassen insgesamt elf Toiletten und vierzehn kostenlose Duschen. Im Sommer wird im östlichen Becken eine kostenlose Wäscherei betrieben. Kostenloses WLAN ist für Vertrags- und Gastlieger mit einem Zugang pro Gerät verfügbar.
Der Hafen bietet das Füllen von Frischwassertanks und die Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser an. Ein „Point Propre“ nimmt unter anderem Altöl, Kohlenwasserstoffe, Farben und – wenn der Fachhandel geschlossen ist – abgelaufene Seenotsignalmittel entgegen. Hausmüll und Wertstoffe werden getrennt gesammelt. Standort und Bedienung der Abwasseranlage sind mit dem Personal abzustimmen.
Die Tankstelle verkauft Kraftstoff sowie Eis, Getränke und kleine Speisen. Der aktuelle Betreiber nennt auf seiner Ausstattungsseite weder Kraftstoffsorten noch verlässliche Öffnungszeiten oder eine durchgehende Kartenzahlung. Vor dem Anlegen müssen deshalb Sorte, Betriebszeit, Wassertiefe und die für das Boot vorgesehene Seite des Versorgungsstegs bestätigt werden.
Im östlichen Becken liegt eine Arbeits- und Kranfläche; der Betreiber nennt aktuell ein Hebegerät bis 35 Tonnen. Eine kostenlose Sliprampe befindet sich im westlichen Becken. Kranen, Aufbocken, Unterwasserarbeiten und Standzeit sind kostenpflichtig und terminabhängig. Ältere städtische Angaben nennen noch 40 Tonnen, maßgeblich ist daher ausschließlich die für den konkreten Auftrag schriftlich bestätigte Freigabe des technischen Dienstes.
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Cavalaire: Heraclea, römischer Wein und die Landung von 1944
Heraclea Caccabaria lag an einer schon früh genutzten Bucht
Spuren menschlicher Nutzung reichen in Cavalaire bis in die Kupfersteinzeit zwischen etwa 2300 und 1800 vor Christus zurück. Auf dem 460 Meter hohen Montjean bestand später ein ligurisches Oppidum. Griechische Funde und die anschließende römische Besiedlung zeigen, dass die Bucht Teil eines viel größeren Küsten- und Handelsraums war.
Das antike Straßenverzeichnis Itinerarium Antonini nennt zwischen Fréjus und Giens die Station Caccabaria; auch ein Seehandbuch erwähnt Heraclea Caccabaria. Der genaue Hafenplatz ist nicht abschließend lokalisiert, doch archäologische Befunde belegen Hafenbetrieb bis zum Ende der Antike. Der heutige Name Port Heraclea greift diese Überlieferung bewusst auf.
Die Villa von Pardigon war ein großer landwirtschaftlicher Betrieb
Am östlichen Rand der Bucht lag die gallorömische Villa Pardigon 3. Sie wurde nach der Mitte des 1. Jahrhunderts auf etwa 2.000 Quadratmetern in einem großen Bauabschnitt errichtet. Eine Kolonnade mit Aussichtsturm öffnete das Anwesen zum Meer; Atrium, Bäder und eine Weinpresse verbanden repräsentatives Wohnen mit landwirtschaftlicher Produktion.
Im Mittelalter galt die Bucht als bester natürlicher Ankerplatz an der Küste der Maures. Unter den Namen Cavalairo oder Cavalaira gehörte das Gebiet zu Gassin und zur Baronie Grimaud. Im 14. und 15. Jahrhundert bediente der Fischerei- und Handelshafen Kunden aus der Provence und von den nahen italienischen Küsten. Piraterie und spanische Angriffe bremsten später die Besiedlung; im frühen 17. Jahrhundert schützten Turm und kleine Festung die Bucht.
Pardigon wurde 1944 erneut zum strategischen Küstenabschnitt
Die Bahn „Train des Pignes“ erreichte Cavalaire 1890 und verband den zuvor schwer zugänglichen Küstenort mit den übrigen Siedlungen des Var. Im Zweiten Weltkrieg besetzten zunächst italienische, dann deutsche Truppen die Bucht und bauten Stellungen entlang der Strände.
Am 15. August 1944 begann die alliierte Operation Dragoon an der provenzalischen Küste. Truppen landeten auch auf dem Strand von Pardigon; weitere französische Einheiten gingen am folgenden Tag bei Cavalaire an Land und zogen in Richtung Hyères und Toulon. Nach dem Krieg bedrohten große Tourismusprojekte die bis dahin landwirtschaftlich genutzte Ebene. Der Conservatoire du littoral erwarb Pardigon 2013 nach mehr als zwanzig Jahren Verhandlungen und sicherte damit den Raum, in dem römisches Weingut, Landungsstrand und Küstenlandschaft unmittelbar aufeinandertreffen.