Cannes – Le Vieux Port de Cannes

Liegeplätze und Infrastruktur im Vieux-Port de Cannes

Der Vieux-Port liegt zwischen Le Suquet und dem Palais des Festivals und verbindet Fischerei, Inselfähren, Kreuzfahrtbetrieb, normale Sportboote und große Yachten in einem Becken. Der aktuelle Betreiber nennt rund 635 Liegeplätze, darunter 58 Plätze für Superyachten bis 140 Meter. Wegen der bis 2027 laufenden Hafenerneuerung schwanken veröffentlichte Kapazitätszahlen und verfügbare Bereiche. Eine Reservierung und eine etwa 24 Stunden vorher gemeldete Ankunft sind dringend empfohlen; die Zuweisung erfolgt auf UKW-Kanal 12.

Wasser und Strom werden nach Liegeplatz und Verbrauch bereitgestellt. Die elektrische Infrastruktur reicht von kleinen Anschlüssen bis 400 Ampere für große Einheiten; Anschlussart, Spannung, Absicherung und Tarif sind mit der Platzbestätigung festzulegen. WLAN ist verfügbar. Hafenmitarbeiter helfen nach Anmeldung beim Festmachen und bei den Versorgungsanschlüssen.

Sanitär-Infrastruktur mit Toiletten, Duschen und Wäscherei gehört zum Hafenangebot, kann sich während der Bauphasen jedoch an wechselnden Standorten befinden. Hausmüll und Wertstoffe werden gesammelt, gefährliche Abfälle separat angenommen. Im Hafen gilt ein striktes Einleitungsverbot. Abwasser muss über die vom Betreiber ausgewiesene Annahme oder einen zugelassenen Dienstleister entsorgt werden; bei Veranstaltungen ist der Nachweis der Abholung ausdrücklich vorgeschrieben.

Eine Tankstelle ist im technischen Bereich des Vieux-Port vorhanden. Der Betreiber veröffentlicht auf seiner aktuellen Serviceseite keine verlässliche, für alle Bootsgrößen geltende Liste von Kraftstoffsorten, Öffnungszeiten und Zufahrtsmaßen. Diese Angaben sowie mögliche Einschränkungen durch die Bauarbeiten sind deshalb unmittelbar vor der Betankung zu bestätigen.

Die neue öffentliche Arbeitsfläche bietet 37 Standplätze für Boote bis 30 Meter. Zur Ausstattung gehören ein 100-Tonnen-Portalkran, ein mobiler 30-Tonnen-Kran, zwei Stapler mit 2,5 und 3,5 Tonnen sowie eine 15,4 Meter hohe Arbeitsbühne. Das Gelände besitzt kontrollierte Wasch- und Abwassersysteme und einen „Point Propre“ für gefährliche Stoffe. Kranen, Aufbocken, Hochdruckreinigung und Standzeit werden werktags nach Termin ausgeführt; während der derzeitigen Anlaufphase müssen Kapazität und Zugang vorab bestätigt werden.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Le Vieux Port de Cannes
Ansicht von Le Vieux Port de Cannes. Foto: Guy Lebègue / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Cannes: vom offenen Strandhafen zur Bühne der großen Yachten

Der Hafen gehörte im Mittelalter der Abtei von Lérins

1030 schenkte Guillaume, Herr von Antibes, den Hafen von Cannes der Abtei Lérins. Auf dem Hügel Le Suquet entstand im frühen 12. Jahrhundert eine Befestigung; der 22 Meter hohe quadratische Turm ist das älteste erhaltene Gebäude auf dem Festland von Cannes. Von dort ließ sich der offene Ankerplatz vor dem Dorf und der Verkehr zu den Inseln kontrollieren.

Ein geschütztes Becken gab es damals nicht. Barken, Tartane und größere Handelsschiffe ankerten vor dem Strand, um nicht in dem flachen Wasser aufzulaufen. Flachbodige Boote transportierten Wein, Öl, Seife, Getreide, Mehl, Holz, Leder und Stoffe zwischen Schiff und Ufer. Zimmerleute reparierten Rümpfe direkt am Strand, während Netze und Segel an Land ausgebessert wurden.

Die erste Mole kam nach mehr als sechs Jahrzehnten Forderungen

Seit 1772 verlangte die Gemeinde einen sicheren Molenbau. Erst unter Louis-Philippe wurde er zwischen 1838 und 1843 verwirklicht. Der erste Schutz blieb nach Osten offen und reichte bald nicht mehr aus. 1897 verlängerte die Stadt den Kai, 1898 kam eine Gegenmole hinzu, 1911 wurde der Hauptbau erhöht.

Auch die Befeuerung folgte erst nach einem Beinaheunglück: 1848 geriet ein mit Öl beladener Passagierdampfer beim Auslaufen in Gefahr. Ein provisorisches Licht wurde aufgestellt, 1854 folgte ein zehn Meter hoher gemauerter Leuchtturm. Nach der Verlängerung der Mole versetzte man ihn 1930; deutsche Truppen sprengten ihn beim Rückzug im August 1944, 1950 entstand ein Ersatz.

Fischereihafen und Regattaplatz entwickelten sich nebeneinander

Auf der Pantiero wurden die Fänge angelandet und anschließend in der Poissonnerie versteigert. Fischer flickten ihre Netze an den Kais, und die Kapelle Saint-Pierre erinnerte mit Exvotos an auf See Verstorbene. Diese gewerbliche Tradition besteht in der Prud’homie der Fischer fort, obwohl Fähren, Kreuzfahrt und Yachten heute viel mehr Fläche beanspruchen.

1859 begann Cannes, sich ausdrücklich als Sportboothafen zu verstehen; 1860 wurde eine Regattagesellschaft gegründet. In der Belle Époque kamen Königshäuser und große Segelyachten in die Bucht. Der Vieux-Port wuchs so vom verspätet gebauten Handelsschutz zum repräsentativen Hafen der Kurstadt. Filmfestival, Kongresse und Yachting Festival nutzen heute dieselben Kais, an denen früher Waren aus kleinen Leichtern gelöscht wurden.

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