Bormes-les-Mimosas – Port de Bormes
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Bormes
Der Port de Bormes liegt im Küstenviertel La Favière und besitzt auf sieben Hektar Wasserfläche rund 950 Liegeplätze. Die Marina entstand ab 1969 und wurde von 2018 bis 2020 mit einem neuen Schutzsystem gegen östlichen Seegang verstärkt. Plätze für kurze Aufenthalte sind knapp und werden nach den Außenmaßen des Bootes vergeben; Ankunft und Liegeplatz werden über die Capitainerie auf UKW-Kanal 9 abgestimmt.
Trinkwasser ist an allen Kais und Stegen über blau markierte Anschlüsse verfügbar. Rote Anschlüsse liefern entsalztes, nicht trinkbares Wasser zum sparsamen Abspülen. Der Betreiber verlangt an jedem Schlauch eine selbstschließende Spritzpistole. Die regulären Stromsäulen liefern 220 Volt; in einzelnen Bereichen steht auch 380 Volt zur Verfügung. Kabel müssen durchgehend, höchstens 25 Meter lang, vom Typ H07 und mit europäischem Stecker ausgerüstet sein.
Vier Sanitär-Blöcke sind rund um die Uhr mit einer Zugangskarte nutzbar. Waschmaschinen und Trockner werden per Bankkarte bezahlt. Kostenloses WLAN, Gepäckwagen und Leihfahrräder ergänzen den Service. Eine „Station bleue“ und Sammelstellen für Abwasser sowie technische Abfälle sind vorhanden; die genaue Annahmestelle und Bedienung müssen bei der Capitainerie erfragt werden.
Die Tankstelle liegt am Versorgungssteg vor der Capitainerie und arbeitet rund um die Uhr mit Bankkartenautomat. Der Betreiber veröffentlicht in seiner aktuellen Hafenübersicht jedoch keine eindeutige Liste der abgegebenen Kraftstoffsorten. Sorte, verfügbare Menge, maximal zulässige Bootsabmessungen und eventuelle Wartungszeiten sind daher vor dem Anlegen zu bestätigen.
Die technische Fläche umfasst etwa 5.500 Quadratmeter. Die aktuelle Tourismusinformation nennt einen neuen Travelift bis 60 Tonnen, während einzelne Betreiberseiten noch 50 Tonnen ausweisen. Die tatsächlich freigegebene Tragfähigkeit, Gurtpositionen und Bootsmaße müssen deshalb unmittelbar mit dem Werftbüro vereinbart werden. Slipanlage, Krantermin, Standzeit und erlaubte Unterwasserarbeiten unterliegen der Hafenordnung.
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Bormes: 2.400 Jahre Geschichte zwischen Maures und Brégançon
Der mittelalterliche Ort entstand weit oberhalb der heutigen Marina
Die ältesten im Museum dokumentierten Siedlungsspuren reichen bis zu einem Oppidum des 1. Jahrhunderts vor Christus zurück. Das historische Bormes entwickelte sich später am Hang des Massif des Maures, nicht an der flachen Küste von La Favière. Die erhöhte Lage bot Schutz und beherrschte die Wege zwischen Meer, Tälern und bewaldetem Gebirge.
Im Mittelalter stand Bormes unter den Herren von Fos. Ihre Burg über dem Ort ist heute nur teilweise erhalten, bestimmt aber weiterhin die Silhouette. Enge Gassen, Tore und gestaffelte Häuser folgen dem steilen Gelände. Pestzeiten und Angriffe vom Meer gehörten ebenso zur Ortsgeschichte wie Landwirtschaft, Waldnutzung und die Fahrten zweier aus Bormes stammender Korsaren.
Künstler und Wintergäste entdeckten das Licht der Maures
Mit neuen Verkehrsverbindungen wandelte sich Bormes im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Wintertourismus brachte wohlhabende Gäste, während Maler die kontrastreichen Farben von Felsen, Vegetation und Meer aufgriffen. Henri-Edmond Cross, Théo van Rysselberghe und Emmanuel-Charles Bénézit gehören zu den Künstlern, deren Arbeiten heute mit der Ortsgeschichte im Musée d’Histoire et d’Art verbunden werden.
Die Bezeichnung „les Mimosas“ verweist auf die prägende Garten- und Pflanzenkultur. Sie ist jedoch nur eine jüngere Schicht eines viel älteren Ortes. Das 1926 gegründete Museum bewahrt archäologische Objekte, historische Zeugnisse und Kunstwerke und ordnet sie heute in einen Rundgang über 2.400 Jahre ein.
Brégançon und die Landung von 1944 prägen die moderne Erinnerung
Auf einem Felsen vor der Küste steht das Fort de Brégançon. Die Anlage und ihre Insel sind als Monument historique geschützt; seit 1968 dient das Fort offiziell als Residenz des französischen Staatspräsidenten. Seine heutige Bekanntheit überlagert ältere militärische Nutzungen und die strategische Kontrolle dieses Küstenabschnitts.
Im Zweiten Weltkrieg ließ die Organisation Todt ab 1942 Stollen in den harten blauen Fels unter Notre-Dame de Constance treiben. Zwangsverpflichtete aus Bormes und Le Lavandou arbeiteten an den Anlagen. Im August 1944 erreichte die alliierte Landung in der Provence die Gemeinde; die Befreiung und das Schicksal von 180 in Le Lavandou festgenommenen Zivilisten gehören zur lokalen Erinnerung. Die Marina von La Favière entstand dagegen erst 1969 und ist damit die jüngste große Schicht dieser langen Beziehung zwischen Ort und Küste.