Bandol – Marina Bandol
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Bandol
Der Port de Bandol besitzt rund 1.700 Liegeplätze und nimmt nach Angaben des Betreibers Boote von 5 bis 40 Metern für kurze Aufenthalte, Saisonverträge oder ganzjährig auf. Gastplätze werden nach den tatsächlichen Außenmaßen vergeben. Der Hafen wird seit 2025 umfassend umgebaut; Steganordnung, Fahrgassen und einzelne Servicepunkte können sich deshalb während der Arbeiten verändern und müssen vor der Ankunft bestätigt werden.
Wasser und Strom stehen an Versorgungssäulen zur Selbstbedienung bereit. Verbindliche Werte für Spannung, Absicherung, Stecker und eine mögliche Verbrauchsabrechnung hängen vom Liegeplatz ab und werden vom Betreiber nicht einheitlich veröffentlicht. Drei über beide Hafenseiten verteilte Sanitär-Blöcke enthalten Toiletten, Waschbecken und Duschen; der Zugang erfolgt mit einer Karte der Capitainerie. Kostenloses WLAN ist ebenfalls vorhanden.
Pumpen für Schwarz- und Grauwasser sowie eine kleine Annahmestelle für technische Abfälle auf der Arbeitsfläche gehören zur Umwelt-Infrastruktur. Der Hafen trennt dort unter anderem Stoffe aus Unterwasserarbeiten. Nutzung, Betriebsbereitschaft und Annahmebedingungen der Pumpen sollten vorab mit dem Personal abgestimmt werden.
Die Tankstelle gibt Diesel und bleifreies Benzin SP95 rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche aus. Für große Einheiten steht während der Öffnungszeiten der Capitainerie zusätzlich eine Hochleistungspumpe zur Verfügung. Im Zuge der Modernisierung wird die Station an der Einfahrt versetzt und umgebaut. Der jeweils nutzbare Steg, die maximale Bootslänge und mögliche Betriebsunterbrechungen sind daher vor dem Anlegen zu prüfen.
Die ganzjährig geöffnete, etwa 5.000 Quadratmeter große Arbeitsfläche bietet ungefähr 40 Stellplätze. Ein Travelift hebt Motor- und Segelboote bis 35 Tonnen; hinzu kommen ein elektrischer 10-Tonnen-Kran und ein Stapler für leichtere Lasten. Kranen und Standzeit sind zu reservieren. Für die Zufahrt auf der Straße gelten örtliche Einschränkungen, und die zulässigen Arbeiten richten sich nach den Umwelt- und Betriebsregeln der Anlage.
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Bandol: ein Weinhafen, der erst spät zur Stadt wurde
Jahrhundertelang war Bandol nur der Hafen von La Cadière
Griechische Siedler brachten den Weinbau im 6. Jahrhundert vor Christus an die Bucht; unter römischer Herrschaft wurden Reben und Seehandel weiter ausgebaut. Im Mittelalter bestand an der Küste jedoch noch keine eigenständige Stadt. Der unbewohnte Hafen gehörte zu La Cadière und wurde von Fischern, Küstenschiffen und dem regionalen Warenverkehr genutzt.
1594 erhielt Antoine de Boyer den Auftrag, die Halbinsel La Motte zu befestigen. Zwischen 1595 und 1610 entstand das Fort von Bandol auf einem nur etwa drei Hektar großen Felsvorsprung. Eine Eckturmruine, Mauerstücke und der zwölf Meter tiefe Brunnen erinnern an diese erste dauerhafte Anlage über dem Hafen.
Das Dorf entstand aus einer herrschaftlichen Ansiedlung
Am 12. August 1715 wurde ein Gebiet von La Cadière abgetrennt. Zwei Tage später versprach François de Boyer de Foresta Neuankömmlingen Häuser und urbar zu machendes Land. Fischer und Bauern aus den Nachbarorten bildeten den Kern des neuen Dorfes. Der Hafen verschiffte zunehmend die Weine des Hinterlands und unterhielt eine Werft für Tartane und Fischerboote.
Seit 1752 diskutierte der Gemeinderat über eine belastbare Mole. Gebaut wurde erst ab 1847 mit Stein aus Brüchen auf der Île de Bendor. Lastkähne und eine kleine aufgeständerte Bahn brachten das Material zur Baustelle. Geldmangel stoppte das Vorhaben 1850; 1857 bis 1858 wurde der Wellenbrecher schließlich mit dem Festland verbunden.
Eisenbahn, Reblaus und Badegäste veränderten die Hafenwirtschaft
Die Bahn erreichte Bandol 1860 und verlagerte einen Teil des Warenverkehrs von der Küstenschifffahrt auf die Schiene. Um 1870 hatte der Weinbau seine größte Ausdehnung, bevor die Reblaus die örtlichen Bestände zerstörte. Der Name Bandol blieb dennoch mit dem Wein verbunden; 1941 gehörte das Anbaugebiet zu den frühen französischen Herkunftsbezeichnungen mit AOC-Status.
Parallel entwickelte sich aus dem Fischerhafen ein Winter- und Seebad. Ein Reiseführer erwähnte 1901 bereits die entstehende Winterstation, 1923 erhielt Bandol die offizielle Einstufung als Bade- und Klimakurort. 1950 kaufte Paul Ricard die Île de Bendor und schuf dort Hafen, Dorf, Hotels und Museen. Damit blieb die kleine Insel, aus deren Stein einst die Mole gebaut worden war, auch in der touristischen Phase eng mit dem Hafen verbunden.