Tortola – Village Cay Marina
Liegeplätze und Infrastruktur der Village Cay Marina
Die Village Cay Marina liegt unmittelbar im Zentrum von Road Town. Drei Steganlagen bieten 106 Liegeplätze, überwiegend mit 40 Fuß langen Fingern. Nach Betreiberangaben können Yachten bis 180 Fuß Länge und 11 Fuß Tiefgang aufgenommen werden; die Tiefe im Marinabecken wird mit 10 bis 11 Fuß angegeben. Eine Reservierung und die konkrete Platzzuweisung bleiben besonders für große oder tiefgehende Schiffe erforderlich.
An jedem Platz gibt es Wasser, Strom und WLAN. Der Betreiber nennt elektrische Anschlüsse bis 308 Volt Drehstrom, ohne die an jedem einzelnen Steg vorhandenen Steckertypen und Stromstärken aufzuschlüsseln. Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Duschen; zusätzlich stehen Wäscherei, Müll- und Altölentsorgung, Eis, Gepäckwagen, Sicherheitsdienst und Parkplätze zur Verfügung.
Die Tankstelle gibt sowohl Diesel als auch Benzin ab und akzeptiert Bargeld oder Kreditkarte. Aktuelle Preise werden telefonisch oder per E-Mail mitgeteilt. Wegen der Lage im dicht belegten Innenbecken sollten Öffnungszeit, benötigte Menge und Anlegeseite vor dem Einlaufen abgestimmt werden.
Ein Kran, Travellift, Hartstand oder eine eigene Vollwerft werden in der offiziellen Ausstattung nicht genannt. Eine Chandlery und weitere maritime Betriebe liegen zu Fuß erreichbar in Road Town. Größere Reparaturen oder ein Auskranen müssen mit einem geeigneten Dienstleister außerhalb der Marina vereinbart werden.
Zum Komplex gehören ein Hotel mit 23 Zimmern, Restaurant, Bar, Pool, Tauchshop und Veranstaltungsräume. Banken, Geschäfte, Behörden und der Fährterminal liegen wenige Gehminuten entfernt. Die Marina wird auf UKW-Kanal 71 gerufen; Schiffe aus internationalen Gewässern müssen vor dem Einlaufen bei Zoll und Immigration einklariert haben. Nach Betriebsschluss ist eine Ankunft mindestens 24 Stunden vorher anzumelden.
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Road Town: historische Main Street hinter dem modernen Hafen
Main Street bewahrt den Maßstab der alten Inselhauptstadt
Nur wenige Schritte von Village Cay entfernt verläuft Main Street parallel zum Wasser. Bevor Waterfront Drive, Wickhams Cay und die großen Hafenflächen entstanden, war sie die wichtigste Geschäftsstraße von Road Town. Ihre schmale Trasse und die dichte Folge kleiner Gebäude zeigen den früheren Maßstab der Hauptstadt deutlicher als das moderne Ufer.
Zu den erhaltenen Bauwerken gehören das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Postamt, St. George’s Anglican Church und Britannic Hall. Läden, Kanzleien und Wohnhäuser wurden über Generationen umgebaut, doch die Straße blieb ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Hafen, Verwaltung und den Hängen oberhalb der Stadt.
Das Folk Museum sammelt Alltagsgeschichte statt Kolonialpracht
Das Virgin Islands Folk Museum befindet sich in einem traditionellen Holzhaus an Main Street. Seine Sammlung umfasst präkolumbische Keramik, Werkzeuge, Haushaltsgegenstände, Schiffsmodelle und Objekte aus Plantagen- und Seefahrtsgeschichte. Dadurch erzählt es nicht nur von Gouverneuren und Kaufleuten, sondern vom Alltag der Inselbevölkerung.
Die Lage ist aussagekräftig: Das Museum steht in dem älteren Stadtviertel, während die Marina auf später erschlossenem Hafengelände liegt. Zwischen beiden Bereichen lässt sich der Wandel von einer kleinen Handels- und Verwaltungsstadt zum heutigen Finanz- und Charterzentrum zu Fuß nachvollziehen.
Old Government House dokumentiert die koloniale Verwaltung
Südwestlich des Zentrums steht Old Government House oberhalb der Hafenkante. Das heutige Gebäude wurde 1926 errichtet und diente bis 1996 als Amtssitz und Residenz des Vertreters der britischen Krone. Seit 2003 wird es als Museum genutzt.
Räume, Möbel, Fotografien und der Garten vermitteln die Arbeits- und Lebenswelt der damaligen Verwaltung. Zusammen mit Main Street und Folk Museum bildet das Haus einen historischen Gegenpol zu Banken, Kreuzfahrtpier und Chartermarinas. Road Town ist deshalb mehr als ein Versorgungsstopp: Im kleinen Zentrum liegen mehrere Schichten der Inselgeschichte eng nebeneinander.