Tortola – Port Purcell, Joma Marina

Aktueller Stand der Joma Marina in Port Purcell

Der Datenbankname Joma Marina bezeichnet eine private Anlage am Rand von Port Purcell. Die Eigentümergruppe bewirbt den Standort inzwischen als geplante Road Harbour Marina. Die Projektseite spricht weiterhin von einer mehrphasigen Entwicklung und „coming soon“, obwohl dort zugleich eine Eröffnung für 2020 angekündigt wird. Eine aktuelle Bestätigung, dass der geplante öffentliche Marinabetrieb vollständig eröffnet wurde, ist nicht auffindbar.

Für Gastlieger sind daher weder eine belastbare Zahl buchbarer Plätze noch Wassertiefen, maximale Schiffsabmessungen oder Preise veröffentlicht. Wasser und Strom waren als Teil der künftigen Infrastruktur vorgesehen, werden aber nicht als gegenwärtig buchbare Versorgung bestätigt. Auch zur Sanitär-Infrastruktur aus Toiletten und Duschen liegt keine aktuelle Betriebsbeschreibung vor.

Eine Tankstelle, Fäkalienabsaugung, Wäscherei, Chandlery, Hotel und Restaurant gehören zur angekündigten Planung. Diese Projektliste darf nicht mit tatsächlich verfügbaren Leistungen verwechselt werden. Diesel oder Benzin sollten nur an einer nachweislich geöffneten Tankanlage übernommen werden.

Ebenso fehlen aktuelle Angaben zu Kran, Travellift, Hartstand oder Werft. Einzelne Boots- und Maklerbetriebe nutzen die Adresse weiterhin, doch ihre Präsenz belegt keinen öffentlich zugänglichen Komplettservice. Jeder Liegeplatz und jede technische Leistung müssen direkt mit dem Eigentümer oder dem jeweiligen Betrieb vereinbart werden.

Port Purcell selbst ist der wichtigste Frachthafen Tortolas und kein frei befahrbares Freizeitbecken. Containerkai, Arbeitsverkehr und Zollbetrieb liegen unmittelbar neben dem Marinastandort. Yachten dürfen die veröffentlichten Tiefen und Kapazitäten des kommerziellen Frachtkais nicht auf die Joma-Anlage übertragen und benötigen vor einer Anfahrt eine eindeutige Bestätigung des Ziels.

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Anreise und Einkaufen

Port Purcell: vom niederländischen Warenlager zum Containerhafen

Im 17. Jahrhundert lagen hier niederländische Warenlager

Der östliche Rand von Road Harbour war schon lange vor dem modernen Frachthafen ein Umschlagplatz. Niederländische Händler errichteten bei Freebottom nahe dem heutigen Port Purcell große steinerne Lagerhäuser. Tortola lag für sie ungefähr auf halber Strecke zwischen den niederländischen Besitzungen in Südamerika und New Amsterdam in Nordamerika.

Über die Insel konnten Waren zwischen diesen Handelsräumen ausgetauscht werden. Auf der Anhöhe über den Lagerhäusern entstanden Erdwerke und eine kleine Batterie mit drei Kanonen. Später bauten die Engländer an dieser Stelle Fort George aus. Hafenwirtschaft und militärische Sicherung gehörten damit schon früh zusammen.

Spanische Angriffe beendeten die erste Ansiedlung

Die niederländische Präsenz war nicht dauerhaft gesichert. Spanien griff Tortola 1640 sowie erneut 1646 und 1647 an. Bei einem der Angriffe blockierte ein Kriegsschiff Road Harbour, während Truppen über Land vorgingen. Die Siedlung wurde zerstört und ihre Bewohner getötet.

Von den damaligen Lager- und Verteidigungsanlagen ist im heutigen Gewerbegebiet kaum ein zusammenhängendes Ensemble sichtbar. Die offizielle Geschichte der British Virgin Islands verortet sie dennoch ausdrücklich bei Freebottom und Port Purcell. Der moderne Name liegt somit über einem der frühesten europäischen Handelsplätze der Insel.

Heute erreicht der Großteil der Inselversorgung den Cargo Port

Port Purcell ist inzwischen der zentrale Container- und Stückguthafen der British Virgin Islands. Der BVI Ports Authority zufolge besitzt der Kai 244 Meter Länge, 6,7 Meter Tiefe und sechs Acres befestigte Lagerfläche. Bis zu zehn Schiffe können in der Anlage abgefertigt werden.

Container, Fahrzeuge, Baustoffe und viele Waren des täglichen Bedarfs kommen hier auf Tortola an. Zoll und Hafenbehörde behandeln Port Purcell als offiziellen Einreise- und Frachtstandort. Die Mischung aus Cargo Port, Lagerhallen und einzelnen maritimen Gewerbebetrieben setzt die historische Funktion als Warenumschlagplatz fort, nun jedoch mit moderner Hafenlogistik statt niederländischen Steinhäusern.

Restaurants und Hotels in der Nähe