Soller – Port de Soller
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Sóller
Port de Sóller ist der einzige große Naturhafen an Mallorcas steiler Nordwestküste und wird direkt von PortsIB verwaltet. Die aktuelle Hafenseite nennt 465 Liegeplätze, davon 164 für Transitboote. An anderer Stelle derselben Ausstattungsliste erscheinen abweichend 250 Plätze; verbindlich sind daher nur die konkrete Reservierungsbestätigung und der vom Marinerodienst zugewiesene Platz.
Wasser und Strom stehen am Liegeplatz bereit. Anschlussleistung, Steckertyp und Verbrauchsabrechnung werden öffentlich nicht detailliert ausgewiesen und sind für den gebuchten Platz zu bestätigen. Das Reservierungssystem nimmt in Sóller grundsätzlich Boote bis 15 Meter und 4,46 Meter Breite an; größere Einheiten benötigen eine direkte Freigabe.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Toiletten, Duschen und Wäscherei. Hafenbüro, Wetterinformationen, örtliche Polizei, Fischereikai, Geschäfte, Restaurants und Ausflugsverkehr liegen ebenfalls am Becken. Schwarzwasser und Bilgenwasser können abgesaugt werden; gebrauchte Signalraketen besitzen eine eigene Annahmestelle.
Eine Tankstelle befindet sich im Hafen. PortsIB veröffentlicht dafür eine Telefonnummer, aber keine festen aktuellen Saisonzeiten, Kraftstoffsorten oder maximalen Bootsmaße. Öffnung, Zufahrt, Wassertiefe und Bezahlung müssen deshalb vor der Anfahrt direkt mit dem Betrieb abgestimmt werden.
Kran, Rampe und Bootsreparatur sind ausgewiesen, ohne aktuelle öffentliche Angaben zu Traglast, Breite oder zulässigem Bootsgewicht. Jeder Hub ist technisch zu bestätigen. Das Hafenbüro arbeitet in der Nebensaison von 8 bis 15 Uhr, in der Hauptsaison von 8 bis 20 Uhr. Innerhalb der Bucht besteht ein Ankerverbot; Fischerei-, Ausflugs- und Freizeitboote nutzen dieselbe enge Wasserfläche.
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Der Angriff von 1561 und das Firó von Sóller
Korsaren landeten am 11. Mai 1561 in der Bucht
Die geschützte Bucht machte Sóller zu einem wichtigen Zugang durch die sonst schwer zugängliche Tramuntana-Küste. Genau dieser Vorteil wurde im 16. Jahrhundert zur Gefahr. Am 11. Mai 1561 griff eine türkisch-algerische Korsarengruppe den Ort an – Teil einer Serie von Überfällen, die Küstensiedlungen auf Mallorca bedrohten.
Die Angreifer landeten im Gebiet des heutigen Port de Sóller und rückten durch das Tal vor. Anders als viele Gemeinden, die bei solchen Angriffen verwüstet wurden, konnte Sóller die Eindringlinge zurückschlagen. Die Erinnerung verbindet den Sieg mit Capità Joan Angelats und den Bewohnern des Tals.
Aus einer religiösen Erinnerung wurde ein historisches Schauspiel
Nach dem Sieg gedachte die Gemeinde dem Ereignis jedes Jahr. Bis 1884 standen Gottesdienst und Prozession mit dem Bildnis der Mare de Déu de la Victòria im Mittelpunkt. 1885 beschloss der Gemeinderat, den Angriff zusätzlich in einer öffentlichen Inszenierung nachzustellen.
Als Termin wählte man den Montag nach dem zweiten Maisonntag, verbunden mit der Landwirtschaftsmesse. Daraus entstand das Firó. Im Lauf der Zeit kamen die Rollen der Valentes Dones, Gefechte am Hafen und die symbolische Plünderung des Hauptplatzes hinzu. Seit den 1990er Jahren organisieren feste Gruppen die Parteien der Bauern und Piraten.
Die heutige Inszenierung folgt dem Weg vom Hafen in die Stadt
Am Nachmittag sammeln sich die als Korsaren gekleideten Teilnehmer am Port de Sóller. Erste Gefechte werden in Es Través und am Strand von Can Repic dargestellt, danach verlagert sich das Geschehen über Es Pont d’en Barona nach Sóller. Dort endet das Schauspiel mit der Niederlage der Angreifer und der Siegesverkündung durch Capità Angelats.
Historische Überlieferung, spätere Legenden und moderne Festform greifen dabei ineinander. Das Firó ist keine nüchterne Rekonstruktion jeder Einzelheit, bewahrt aber eine grundlegende Erfahrung des Tals: Der Hafen war Lebensader und zugleich verwundbare Öffnung zum Meer. Die alten Fischerhäuser von Santa Catalina und das maritime Museum im früheren Oratorium geben dieser Erinnerung außerhalb des Festtags einen dauerhaften Ort.