Palma de Mallorca – Marina Naviera Balear
Liegeplätze und Infrastruktur der Marina Naviera Balear
Marina Naviera Balear ist eine auf Charterflotten ausgerichtete Anlage an Palmas Paseo Marítimo. Der Betreiber nennt 95 Liegeplätze für Boote von zwölf bis 30 Meter Länge. Reservierungsanfragen setzen ausdrücklich eine Charterlizenz voraus; für private Fahrtenboote ist deshalb vorab zu klären, ob der gewünschte Aufenthalt innerhalb der Konzession möglich ist.
Wasser und Strom stehen über Versorgungssäulen an den Liegeplätzen bereit und lassen sich per App steuern. Die Sanitär-Infrastruktur umfasst barrierefrei zugängliche Toiletten und Duschen. Kostenloses schnelles WLAN, Wetterinformationen, verschließbare Staukästen, Parkplätze, Ladepunkt für Elektroautos sowie Marinerodienst und kontrollierter 24-Stunden-Zugang ergänzen die Anlage.
Die Marina besitzt keine klassische öffentliche Tankstelle mit separatem Zapfkai. Diesel wird stattdessen direkt am Liegeplatz geliefert. Lieferzeit, Mindestmenge, Preis und Freigabe müssen rechtzeitig vereinbart werden; Benzin führt der Betreiber in seiner aktuellen Serviceliste nicht auf.
Ein eigenes Werft- oder Winterlagerareal sowie Kran und Travellift werden nicht angeboten. Für Ein- und Auswasserung, größere Reparaturen oder Landaufenthalt ist daher eine geeignete Nachbaranlage zu beauftragen. Kleinere Dienstleister können nur nach Abstimmung mit Betreiber und Flottenbasis am Liegeplatz arbeiten.
Sechs schwimmende Sammelbehälter nehmen Plastik aus dem Hafenwasser auf. Ein Grüner Punkt dient gefährlichen Abfällen, weitere Behälter der Wertstofftrennung; eine öffentliche Hafenplanung dokumentiert zudem eine Absauganlage für ölhaltige und sanitäre Abwässer. Solarthermie erwärmt das Wasser der Sanitäranlagen. Wegen der Lage innerhalb des großen Handelshafens gelten neben der Marinaordnung auch die Vorgaben der Hafenbehörde.
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Castell de Bellver: ein kreisrunder Königspalast über Palmas Hafen
Jaume II ließ eine Residenz mit Rundblick errichten
Westlich der Marina erhebt sich Bellver auf einem etwa hundert Meter hohen, bewaldeten Hügel. König Jaume II von Mallorca gab den Bau zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Auftrag. Trotz Mauern, Graben und Wehrtürmen war die Anlage nicht nur Festung, sondern vor allem königliche Residenz mit kontrolliertem Blick über Stadt, Bucht und die Zugänge vom Meer.
Der Name geht auf das altkatalanische „bell veer“, schöne Aussicht, zurück. Diese Sichtbeziehung zum Hafen war strategisch: Schiffe und Bewegungen in der gesamten Bucht ließen sich lange vor ihrer Ankunft an den inneren Kais erkennen.
Der Grundriss ist eine europäische Ausnahme
Bellver gehört zu den wenigen vollständig kreisförmigen Burgen Europas. Ein runder Innenhof wird von zweigeschossigen Arkaden umgeben; drei Türme sind in den Ring integriert. Der höhere Torre de l’Homenatge steht dagegen frei und war ursprünglich nur über eine Brücke erreichbar.
Auch das Baumaterial erzählt vom Ort. Unter dem Wald liegen große, heute nicht öffentlich zugängliche Steinbrüche. Aus ihnen wurde ein Teil des hellen Kalksteins gewonnen, der für Graben, Böschungen und Bauteile der Burg benötigt wurde.
Aus dem Palast wurde Gefängnis und Stadtmuseum
Bellver diente schon früh zeitweise als Haftort. Zu den bekanntesten Gefangenen gehörte der spanische Aufklärer und Politiker Gaspar Melchor de Jovellanos, der ab 1802 sechs Jahre dort festgehalten wurde. Während der Gefangenschaft verfasste er Studien zu mallorquinischen Baudenkmälern, die für deren Erforschung weiterhin Bedeutung besitzen.
Heute befindet sich im Erdgeschoss das Museum für Stadtgeschichte. Modelle, Pläne und Funde verfolgen Palmas Entwicklung von der römischen Stadt über Medina Mayurqa bis zur christlichen Hauptstadt. Vom Wehrgang wird zugleich sichtbar, warum die Burg an dieser Stelle entstand: Unterhalb zieht sich die moderne Hafenfront entlang der Bucht, während die Altstadt im Osten und das offene Meer im Süden in einem zusammenhängenden Panorama liegen.