Colonia de San Pedro – Club Nautico de San Pedro
Liegeplätze und Infrastruktur im Club Nàutic Colònia de Sant Pere
Der Club Nàutic Colònia de Sant Pere liegt am östlichen Rand der Bucht von Alcúdia und verwaltet die Hafenanlage seit 1968. Der Betreiber nennt aktuell 305 Liegeplätze für Boote von sechs bis 15 Meter Länge. Die Wassertiefe innerhalb der Anlage reicht je nach Platz von etwa einem bis 4,6 Meter; verbindlich sind die Maße der bestätigten Zuweisung.
Wasser und Strom stehen an allen Liegeplätzen zur Verfügung. Spannung, maximale Stromstärke und Verbrauchsabrechnung werden auf der aktuellen Serviceseite nicht detailliert angegeben und müssen für den konkreten Platz bestätigt werden. Kostenloses WLAN, 24-Stunden-Marinerodienst und Videoüberwachung ergänzen die Versorgung.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Umkleiden, Toiletten und Duschen mit Warmwasser. Restaurant, Kantine, Clubräume, Segelschule, Rezeption und Kundenparkplätze liegen ebenfalls auf dem Gelände. Ein grüner Sammelpunkt nimmt Hausmüll und gefährliche Abfälle getrennt an.
Die Tankstelle verkauft Diesel und Benzin. Aktuelle Öffnungszeiten, Wassertiefe, Kraftstoffsorten im saisonalen Betrieb und die maximal zulässige Bootslänge am Zapfplatz sind vorab beim Club zu bestätigen. Ein Wartekai ist vorhanden und darf nach Anweisung des Marinerodienstes genutzt werden.
Das Werftareal verfügt über Rampe und einen Travellift mit 35 Tonnen Traglast. Gewicht, Breite, Tiefgang und Anschlagpunkte werden dennoch für jeden Hub einzeln geprüft. Die Marina arbeitet auf UKW-Kanal 9 und liegt nahe der Meeresreserve Llevant; deren Schutzregeln gelten unabhängig von Hafen- oder Liegeplatzberechtigung.
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Colònia de Sant Pere: eine geplante Agrarsiedlung am Meer
Die Brüder Homar gründeten 1880 eine landwirtschaftliche Kolonie
Colònia de Sant Pere entstand nicht aus einem alten Fischerdorf. Mateu, Andreu und Bartomeu Homar ließen 1880 Flächen ihres Besitzes sa Devesa parzellieren, um eine neue Agrargemeinschaft zu schaffen. Grundlage war das Koloniegesetz von 1868, das die Kultivierung bislang wenig genutzter Böden durch Steuer- und andere Vergünstigungen fördern sollte.
Ein Erlass vom 17. August 1880 genehmigte den vom Landvermesser Antoni Bisquerra entworfenen Ortsplan. Die rechtwinklige Anlage der Straßen ist deshalb kein später Umbau, sondern Teil des ursprünglichen Projekts.
Innerhalb weniger Jahre entstanden Häuser, Weinberge und ein Oratorium
Zunächst siedelten sich neun Familien an. 1883 standen bereits 53 Häuser; 66 Familien waren registriert, von denen 41 dauerhaft in der Kolonie lebten. Die Bewohner kamen aus Artà und mehreren anderen Gemeinden Mallorcas. Sie legten vor allem Weinberge an und bauten einen kleinen, dem heiligen Petrus geweihten Andachtsraum.
Die Reblaus beendete den frühen Erfolg des Weinbaus. Wachstum und Zuzug verlangsamten sich, doch der Ort blieb bestehen. Das heutige Kirchengebäude von 1951 ersetzte das zu klein gewordene erste Oratorium und zeigt im Altarbild den Apostel Petrus vor der Siedlung.
Der Hafen kam lange nach dem Rasterdorf
Erst im 20. Jahrhundert verschob sich das Gewicht stärker zum Meer. Der 1968 gegründete Club Nàutic baute und verwaltete eine feste Hafenanlage, während Fischerei, Freizeitboote und später touristische Nutzungen zunahmen. Dennoch blieb Colònia de Sant Pere kleiner und weniger dicht bebaut als viele andere Küstenorte der Insel.
Vom Wasser ist die geplante Entstehung weiterhin lesbar: Hinter der kompakten Marina beginnt das geradlinige Straßennetz, darüber liegen ehemalige Landwirtschaftsflächen und die Berge der Halbinsel Llevant. Der Ortsname „Kolonie“ ist hier daher keine romantische Bezeichnung, sondern beschreibt präzise ein Siedlungsexperiment des späten 19. Jahrhunderts, aus dem erst Jahrzehnte später ein Hafenort wurde.