Marsh Harbour – Harbour View Marina

Liegeplätze und Infrastruktur der Harbour View Marina

Die Harbour View Marina liegt an der East Bay Street im inneren Marsh Harbour. Der familiengeführte Betrieb wurde 1999 gegründet und besitzt 36 feste Liegeplätze, davon werden 25 als Gastplätze geführt. Aktuelle Hafenverzeichnisse nennen eine Zufahrtstiefe von sechs Fuß und etwa sieben Fuß an den Stegen bei Niedrigwasser.

Für größere Yachten werden je nach Quelle unterschiedliche Grenzwerte genannt. Das regelmäßig gepflegte Waterway-Guide-Profil führt 120 Fuß als größte Länge, während ein anderes Buchungsportal größere Schiffe erwähnt. Maßgeblich sind daher der konkrete Platz, Breite, Tiefgang und die Bestätigung der Marina über UKW-Kanal 16; als Arbeitskanal wird 10 verwendet.

Wasser und Strom stehen an den Liegeplätzen zur Verfügung. Elektrizität wird nach Kilowattstunden abgerechnet, die aktuelle Betreiberseite nennt jedoch keine Spannungen oder Amperewerte. Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Toiletten, Duschen und einen Waschsalon mit drei Waschmaschinen und drei Trocknern. WLAN, Eis, Innen- und Außenlounge, Grillbereich und Pool ergänzen das Angebot.

Die Marina verkauft Benzin und Diesel an einer eigenen Tankstelle. Aktuelle Kraftstoffpreise werden online veröffentlicht, dennoch sollten Vorrat und Öffnungszeiten vor einer größeren Abnahme bestätigt werden. Die regulären Tageszeiten sind begrenzt und kein 24-Stunden-Selbstbedienungsbetrieb.

Wartung wird in aktuellen Verzeichnissen als organisierbare Leistung genannt, doch der Betreiber veröffentlicht keine Grenzwerte für Kran, Travellift, Slip oder Landlager. Gastunterkünfte befinden sich auf dem Gelände; Restaurants, Supermärkte, Apotheken und weitere Versorgung liegen in Lauf- oder kurzer Fahrentfernung.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Marsh Harbour – Harbour View Marina
Ansicht von Marsh Harbour – Harbour View Marina. Foto: Rüdiger Stehn from Kiel, Deutschland / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 2.0.

Great Abaco: Kiefernwald, endemische Vögel und eine ungewöhnliche Papageienpopulation

Karibische Kiefern hinter der Hafenstadt

Wenige Straßen hinter der Küste von Marsh Harbour beginnt eine Landschaft, die kaum dem üblichen Bild der Bahamas entspricht. Große Teile von Great Abaco tragen offene Wälder aus Karibischer Kiefer. Feuer gehört zum natürlichen System: Es hält dichtes Unterholz zurück und schafft Licht für junge Kiefern und spezialisierte Pflanzen.

Zwischen den Kiefern liegen Flächen aus dichtem Coppice-Wald, Sümpfe und Mangroven. Diese kleinräumige Mischung erklärt die hohe Vogelvielfalt der Insel. Fünf endemische Vogelarten leben und brüten auf Abaco, darunter Bahama-Gelbkehlchen, Bahama-Waldsänger, Bahama-Schwalbe, Bahama-Kolibri und der Bahama-Papagei.

Papageien, die im Boden brüten

Die Abaco-Population des Bahama-Papageis verhält sich weltweit ungewöhnlich: Sie nistet in natürlichen Hohlräumen im Boden des Kiefernwaldes. Die tiefen Kalksteinmulden bieten Schutz vor Feuer, machen Eier und Jungvögel jedoch anfällig für verwilderte Katzen und andere eingeführte Räuber.

1994 wurde der Abaco National Park eingerichtet, um die südlichen Brutgebiete zu schützen. Eine Kampagne, an der sich zehntausende Schulkinder beteiligten, gab dem Projekt politischen Rückhalt. Mit Kontrollen eingeführter Räuber stieg die beobachtete Population nach Angaben des Bahamas National Trust von rund 1.500 Tieren in den 1980er-Jahren auf mehrere Tausend.

Ein Rückzugsraum nach Hurrikan Dorian

Dorian zerstörte 2019 große Teile der Kiefern-, Coppice- und Mangrovenwälder in Nord- und Zentral-Abaco. Untersuchungen des National Trust fanden dort deutlich weniger Vogelaktivität. Der südlicher gelegene Nationalpark blieb vergleichsweise intakt und wurde zum Rückzugsraum für verdrängte Tiere.

Das zeigt, dass die Naturgeschichte Marsh Harbours nicht von der Stadt getrennt werden kann. Holzindustrie und Straßenbau nutzten und veränderten die Kiefernlandschaft; heute sichern Schutzflächen ihre letzten großen zusammenhängenden Bestände. Hafen, Flughafen und Supermärkte liegen damit am Rand eines Ökosystems, das mehrere Arten ausschließlich auf den Bahamas trägt.

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