Man-O-War Cay – Man-O-War Cay Marina
Liegeplätze und Infrastruktur der Man-O-War Marina Village
Die Man-O-War Marina Village liegt im geschützten Hafen an der Westseite von Man-O-War Cay. Die aktuelle Betreiberseite nennt 23 Liegeplätze für Yachten bis 120 Fuß beziehungsweise rund 36,6 Meter und bis 20 Fuß Breite. Der Dockmaster unterstützt die Ankunft über UKW-Kanal 16.
Für die Plätze werden bis zu sieben Fuß Tiefgang bei Niedrigwasser angegeben, etwa 2,1 Meter. Die äußere Zufahrt kann flacher sein und verändert sich durch Sandverlagerung; Länge, Breite, Tiefgang und Tide müssen deshalb bei der Reservierung geprüft werden. Die veröffentlichten 23 Plätze sind aktueller als ältere Verzeichnisse mit abweichenden Kapazitäten.
An jedem Steg stehen Wasser und Strom mit 30 oder 50 Ampere bereit. Zur Sanitär-Ausstattung gehören Toiletten, geräumige Duschen und eine Wäscherei. Pool, Grillbereich, Geschenk- und kleiner Marineladen sowie das Restaurant Dock N' Dine befinden sich unmittelbar an der Marina.
Die Anlage betreibt die einzige Tankstelle der Insel und verkauft sowohl Benzin als auch Diesel am Dock. Die Kraftstoffzeiten sind kürzer als ein durchgehender Marinabetrieb und in Mittagsschichten geteilt. Vorrat, Preis und benötigte Menge sollten vor Ankunft bestätigt werden, da Lieferungen auf dem Cay von der Schiffsverbindung abhängen.
Der Betreiber nennt Wartungsleistungen, veröffentlicht aber keine technischen Daten für Kran, Travellift, Slip oder Landlager. Auf Man-O-War Cay existieren eigenständige Bootsbauer und Werkstätten, darunter Albury Brothers. Umfang, Ersatzteile und Möglichkeit zum Auskranen müssen direkt mit dem jeweiligen Betrieb geklärt werden.
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Man-O-War Cay und zwei Jahrhunderte Bootsbau
Eine Loyalistensiedlung mit einer großen Familie
Man-O-War Cay gehört zu den frühen Loyalistensiedlungen der Abacos. Ab 1798 versuchten Bewohner zunächst Landwirtschaft zu betreiben. Eine für die Insel prägende Familiengeschichte begann 1820, als der schiffbrüchige Seemann Benjamin Albury auf Eleanor Archer traf; die beiden heirateten 1821.
Viele heutige Betriebe tragen noch den Namen Albury. Die kleine Gemeinde mit nur wenigen hundert Einwohnern entwickelte eine starke Tradition familiengeführter Werkstätten und Geschäfte. Drei Kirchen prägen das Ortsleben. Lange galt die Insel als einziges „trockenes“ Cay der Bahamas ohne öffentlichen Alkoholverkauf; diese konservative Prägung blieb Teil ihrer Identität.
Vom hölzernen Abaco-Dinghy zum Glasfaserboot
Der Bootsbau wurde zum wichtigsten und ältesten Gewerbe. Generationen von Handwerkern bauten flachgehende Segel- und Arbeitsboote für Fischerei, Transport und Regatten im Sea of Abaco. Rumpflinien, Holzverbindungen und die Erfahrung mit den kurzen, steilen Wellen wurden innerhalb der Familien weitergegeben.
Die jüngere Produktion verlagerte sich von Holz auf glasfaserverstärkten Kunststoff. Albury Brothers baut heute robuste Motorboote, während andere Werkstätten Modelle und traditionelle Dinghies fertigen. Der Werkstoff änderte sich, doch der Ruf der Insel als Bootsbauzentrum der Bahamas blieb bestehen.
Segeltuch als zweites Handwerk
Aus der Arbeit an Segeln und Persenningen entstand eine weitere lokale Tradition. Albury's Sail Shop verarbeitet farbiges Segeltuch zu Taschen, Hüten und Haushaltsgegenständen. Was einst als Reparatur- und Ausrüstungsarbeit für Boote begann, wurde zu einem erkennbaren Inselhandwerk.
Das Man-O-War Heritage Museum befindet sich in einem kleinen Holzhaus aus dem 19. Jahrhundert. Archivunterlagen, Werkzeuge und Gegenstände aus dem Alltag dokumentieren Bootsbau und Familiengeschichte. Zusammen mit aktiven Werkstätten zeigt es, dass die maritime Vergangenheit hier nicht nur ausgestellt, sondern in veränderter Form weitergeführt wird.