Dodekanes · 7 Tage · One-way
Von Kos nach Rhodos über Nisyros und Chalki
Diese One-way-Woche führt von Kos über Nisyros, Tilos, Chalki und Symi bis Rhodos. Sechs Segeltage verbinden offene Inselpassagen mit der Caldera von Nisyros, den Zwergelefanten von Tilos, Chalkis Kapitänshäusern, dem Kloster Panormitis und der mittelalterlichen Stadt Rhodos.
Tag 1 · Samstag
Kos Marina
Die Yachtübergabe am späten Nachmittag lässt Zeit für Einweisung, Proviantierung und Kos-Stadt; die erste Nacht bleibt an der Basis.
Die Woche beginnt mit der Yachtübergabe in Kos Marina
Die reguläre Yachtübergabe beginnt am späten Nachmittag in Kos Marina. Der erste Abend gehört der Einweisung, Proviantierung und Vorbereitung auf die One-way-Reise. Vertragsformalitäten, Inventarprüfung und die Dokumentation sichtbarer Schäden werden deshalb ohne Zeitdruck erledigt. Zur praktischen Einweisung gehören Motor, Kühlwasser, Batterien, Gas, Toiletten, Funkgerät, Ankerwinsch und Reffsystem. Mindestens zwei Crewmitglieder können danach die Maschine starten, stoppen und die wichtigsten Anzeigen beurteilen.
Schwere Vorräte und Taschen werden so verstaut, dass Durchgänge und Vorschiff frei bleiben. Leinen, Fender und Rettungsmittel haben feste Plätze. Da am ersten Tag keine Fahrt geplant ist, muss niemand nach der Übergabe noch auslaufen. Eine sorgfältig dokumentierte Übergabe ist ab Sonntag besonders wichtig, weil die kleinen Inselhäfen keinen technischen Dienst der Charterbasis ersetzen.
Das Asklepieion verbindet Kos mit der Geschichte der Medizin
Kos gilt als Heimat des Hippokrates, dessen Name bis heute für eine Medizin steht, die Beobachtung und Erfahrung ernst nimmt. Das Asklepieion liegt auf Terrassen außerhalb der Stadt. Dort verbanden sich Kult, Heilbehandlung, Wasser, Bewegung und Unterricht. Die heute sichtbaren Fundamente und Säulen stammen aus mehreren Bauphasen der hellenistischen und römischen Zeit.
Ein Besuch braucht Transport und ausreichend Zeit; er passt vor allem zu einer frühen Anreise vor der Bootsübernahme. Die berühmte Platane in Kos-Stadt gehört zur Hippokrates-Tradition, ist aber nicht der tatsächlich zweieinhalbtausend Jahre alte Baum, unter dem der Arzt gelehrt haben soll. Gerade diese Mischung aus belegter Geschichte und weitergetragenem Symbol prägt die Insel.
Neratzia bewachte den Hafen lange vor der modernen Marina
Am Eingang des alten Hafens steht die Johanniterburg Neratzia. Der Orden begann im 14. Jahrhundert mit ihrem Ausbau und nutzte antikes Baumaterial aus der Stadt. Zwei Mauerringe und der frühere Wassergraben machten die Anlage zu einem wichtigen Teil der Verteidigung zwischen Kos und Rhodos. Eine erhaltene Brücke verbindet sie mit dem Bereich der Hippokrates-Platane.
Vom heutigen Chartersteg ist die Burg kein nautisches Hindernis, sondern ein guter Auftakt für den Stadtrundgang. Agora, römische Bauten, Moscheen und italienische Verwaltungsarchitektur liegen nah beieinander. Kos wirkt dadurch nicht wie eine einzige historische Kulisse. Die Stadt zeigt viele Schichten, zwischen denen Fahrräder, Fähren, Geschäfte und der normale Inselalltag weiterlaufen.
Nach dem Erdbeben von 1933 erhielt Kos ein neues Stadtbild
Ein schweres Erdbeben zerstörte 1933 große Teile von Kos-Stadt. Während der italienischen Verwaltung wurde der Wiederaufbau mit breiten Straßen, Plätzen, Grünflächen und öffentlichen Gebäuden verbunden. Zugleich legten Ausgrabungen antike Reste frei. Deshalb stehen heute niedrige neuere Häuser, Kolonialarchitektur, mittelalterliche Mauern und offene Grabungsfelder ungewöhnlich locker nebeneinander.
Das flache Gelände machte das Fahrrad zum selbstverständlichen Verkehrsmittel. Für die Crew eignet sich eine kurze Runde besser als eine lange Liste von Sehenswürdigkeiten. Markt, Hafen und Altstadt liegen nah genug, um letzte Einkäufe mit einem Spaziergang zu verbinden. Zurück an Bord bleibt noch Zeit, Proviant sinnvoll zu sortieren und nicht nur irgendwo in Schapps zu stopfen.
Kos ist der beste Ort für den großen Wocheneinkauf
Supermärkte, Bäckereien, Apotheke und technische Versorgung sind in Kos zuverlässiger zu finden als in den kleinen Häfen der nächsten Tage. Wasser, Frühstück, haltbares Gemüse und Getränke werden für die ganze Crew geplant. Frische Produkte können unterwegs ergänzt werden, doch Nisyros, Tilos und Chalki sind keine Orte für einen zweiten vollständigen Chartereinkauf am Abend.
Auch der Bordplan entsteht jetzt: Wer kocht wann, wo liegen Müllbeutel, wie wird Trinkwasser verteilt und welche Lebensmittel müssen zuerst verbraucht werden? Solche Absprachen klingen nüchtern, machen eine Woche auf engem Raum aber erheblich angenehmer. Danach bleibt Zeit für ein gemeinsames Abendessen. Am Sonntag liegen 23,06 Meilen bis Paloi vor der Crew.
Der Wetterblick gilt bereits der offenen Strecke nach Tilos
Bis Paloi auf Nisyros sind es am Sonntag rund 23 Meilen. Der Kurs ist klar und lässt bei normalem Start genügend Zeit für Hafen und Vulkaninsel. Trotzdem wird nicht nur dieser Tag geprüft. Die anschließenden Strecken nach Tilos und Chalki führen weiter durch offenen Dodekanes, in dem nördliche Winde eine kurze Kartenlinie spürbar verlängern können.
Die Crew legt Startzeit, erste Segelfläche und Aufgaben vor dem Schlafen fest. Frühstück, Sonnen- und Seekrankheitsschutz sind erreichbar, Fender und lange Leinen bleiben verstaut, aber vorbereitet. Ein ruhiger Beginn entsteht nicht durch besonders frühes Aufstehen, sondern dadurch, dass am Morgen niemand nach Ladegerät, Sonnencreme oder dem fehlenden Bootshaken sucht.
Der vollständige Törnplan ist für Charterberater-Kunden verfügbar
Charterberater-Kunden erhalten diese sorgfältig aufbereiteten Törnvorschläge kostenfrei, einschließlich aller Etappen, Häfen, Restaurant- und Liegeplatzempfehlungen sowie einer druckbaren PDF. Wenn wir Sie nach einer qualifizierten Anfrage bereits als Kunden angelegt haben, können Sie sich mit Ihrer bei uns hinterlegten E-Mail-Adresse einloggen oder einmalig registrieren.
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