Gibraltar – Puerto Sotogrande
Liegeplätze und Werftservice im Puerto Sotogrande
Puerto Sotogrande liegt nicht in Gibraltar, sondern in der Gemeinde San Roque an der spanischen Seite der Meerenge. Der Betreiber nennt 1.382 Liegeplätze für Boote von acht bis 70 Metern. Sie verteilen sich auf den Außenhafen mit Mooringleinen und eine innere Wohnmarina mit Pfählen. Der passende Bereich, Tiefgang und Platz werden über UKW-Kanal 9 bestätigt.
Wasser und Strom werden über moderne, verbrauchsabhängige Anschlüsse bereitgestellt. Anschlussleistung und Stecker hängen von Bootsgröße und Liegeplatz ab. Der Sanitär-Bereich, Wäscherei und weitere Einrichtungen stehen Nutzern zur Verfügung; genaue Lage, Zugang und Öffnungszeiten nennt die Rezeption. Restaurants, Geschäfte und nautischer Fachhandel liegen im Marinakomplex.
Die Tankstelle versorgt den Hafen mit Kraftstoff. Sorten, Öffnungszeiten und mögliche steuerliche Unterschiede zur nahe gelegenen britischen Zone Gibraltar sind aktuell zu prüfen. Eine feste Pumpe für Schwarz-, Grau- oder Bilgenwasser wird auf der öffentlichen Serviceseite nicht eindeutig beschrieben. Entsorgung und technische Reststoffe müssen daher vorab angemeldet werden.
Die Werft bearbeitet Boote bis etwa 35 Meter Länge und verfügt über einen Travelift mit 250 Tonnen Traglast. Spezialwerkstätten und professionelle Taucher ergänzen das Angebot. Jeder Hub benötigt bestätigte Maße, Gewicht und Anschlagpunkte. Der Hafen besitzt 24-Stunden-Sicherheitsdienst und zugangsgeregelte Parkflächen; deren Nutzung hängt vom Liegeplatzvertrag ab.
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Sotogrande und San Roque: römisches Carteia vor einer Planstadt der 1960er Jahre
Carteia war eine der frühesten römischen Kolonien außerhalb Italiens
An der Bucht von Gibraltar, wenige Kilometer westlich des heutigen Sotogrande, lag Carteia. Die Siedlung entwickelte sich aus einem phönizisch-punischen Handelsplatz. 171 vor Christus erhielt sie als Colonia Libertinorum Carteia einen besonderen Rechtsstatus für Nachkommen römischer Soldaten und einheimischer Frauen.
Forum, Tempel, Thermen und Theater belegen die Bedeutung des Hafens an der Meerenge. Fischverarbeitung und Handel nutzten die Verbindung zwischen Mittelmeer und Atlantik. Spätere Befestigungen zeigen, dass der Platz auch nach der römischen Hochphase strategisch blieb.
San Roque entstand nach der britischen Einnahme Gibraltars
1704 nahmen englisch-niederländische Truppen Gibraltar ein. Ein Teil der spanischen Bevölkerung verließ den Felsen und gründete im Umland neue Siedlungen. San Roque versteht sich bis heute als Ort, „wo Gibraltar weiterlebt“, und bewahrt Stadtrat, Archive und Traditionen dieser vertriebenen Gemeinde.
Die Altstadt liegt erhöht über der Bucht. Kirche, Gouverneurspalast und schachbrettartige Straßen erinnern an die Gründung des 18. Jahrhunderts. Damit besitzt die Region zwei unmittelbar benachbarte politische Geschichten: das britische Gibraltar und das spanische San Roque.
Sotogrande wurde als privates Ferienprojekt geplant
In den 1960er Jahren kaufte der amerikanisch-philippinische Unternehmer Joseph McMicking große Landflächen an der Guadiaro-Mündung. Golfplätze, Wohngebiete, Poloanlagen und später der Hafen entstanden als zusammenhängende, niedrig bebaute Ferienentwicklung.
Der Hafen wurde ab den 1980er Jahren erweitert; die innere Marina verband Wohnungen direkt mit Wasserstraßen. Sotogrande ist daher kein altes Fischerdorf, sondern eine bewusst geplante Freizeitlandschaft. Ihre Architektur und Infrastruktur spiegeln internationale Resortmodelle der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.