Ventotene – Porto Vecchio (Porta Nicaola)

Anlegen im Porto Romano von Ventotene

Der Porto Romano, auch Porto Vecchio, ist ein in den Tuff gearbeiteter antiker Hafen unmittelbar unter dem Ort. Für das enge Innenbecken werden nur Boote bis ungefähr zehn Meter Länge und zwei Meter Tiefgang genannt. Plätze sind teils frei, teils bewirtschaftet; Reservierung, Anker- und Festmacherführung sowie Abstand zu Behördenstegen müssen vor Ort bestätigt werden.

Wasser und Strom stehen an einzelnen kostenpflichtigen Liegeplätzen bereit, nicht als flächendeckende Versorgung. Der Sanitär-Bereich mit Toiletten und Duschen ist nicht als zentraler durchgehender Marina-Dienst dokumentiert. Mooring-Personal arbeitet in beiden benachbarten Häfen; in Juli und August ist das antike Becken besonders eng belegt.

Eine Tankstelle gibt es nur im Porto Nuovo an Cala Rossano, nicht im Porto Romano. Kraftstoffsorte, Bedienzeit und Platz am Zapfpunkt müssen dort bestätigt werden. Transitboote zahlen eine kommunale Abfallgebühr; ein Fäkalien-Abholservice wird angeboten. Bilgenwasser, Altöl, Batterien und Sonderabfälle benötigen gesonderte Anmeldung.

Travelift, Großkran, Werft und Landlager gehören nicht zum antiken Hafen. Heben und größere Reparaturen müssen auf dem Festland organisiert werden. In Porto Nuovo sind Fähr- und Tragflügelbootflächen freizuhalten; im Porto Romano verlangen Unterwasserfelsen, enger Wendebereich und die denkmalgeschützte Bausubstanz besonders vorsichtige Manöver.

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Ventotene: römischer Tuffhafen, Verbannungsinsel und Geburtsort eines europäischen Manifests

Römische Ingenieure schnitten den Hafen direkt in den Tuff

Das antike Pandateria wurde unter Augustus als Inselresidenz und Verbannungsort ausgebaut. Hafenbecken, Poller, Treppen, Lager und eine Fischzuchtanlage wurden aus dem vulkanischen Gestein herausgearbeitet.

Große Zisternen sammelten Regenwasser, weil natürliche Süßwasserquellen fehlen. Villa Giulia und weitere Anlagen gehörten zu einem kontrollierten Inselkomplex, in den Mitglieder der kaiserlichen Familie verbannt wurden.

Bourbonische Planung formte Ort und Nachbarinsel

Im 18. Jahrhundert ließ die bourbonische Regierung Ventotene neu besiedeln und den heutigen Ort über dem römischen Hafen anlegen. Piazza Castello, Kirche und Wohnhäuser folgen einer geplanten, kompakten Struktur.

Auf Santo Stefano entstand ein großes panoptisches Gefängnis. Die kreisförmige Anlage isolierte Gefangene und blieb bis 1965 in Betrieb; sie ist von der römischen Verbannungsgeschichte zeitlich und baulich zu unterscheiden.

Das Manifest von Ventotene entstand in faschistischer Verbannung

Altiero Spinelli und Ernesto Rossi verfassten 1941 während ihrer Internierung den Text „Für ein freies und geeintes Europa“. Er forderte eine föderale Ordnung, die nationalistische Kriege überwinden sollte.

Das Manifest wurde heimlich verbreitet und später zu einem Bezugspunkt der europäischen Einigungsbewegung. Ventotene verbindet damit antike und moderne Verbannungsgeschichte mit einer politischen Idee, die weit über die kleine Insel hinauswirkte.

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