Le Grazie
Liegeplätze und Versorgung im Porto delle Grazie
Porto delle Grazie liegt im tief geschützten Seno delle Grazie zwischen dem Ortsufer und dem militärisch genutzten Varignano. Kommunale Plätze, lokale Boote, Sportbootstege und Werftverkehr bilden keinen vollständig einheitlichen Marina-Betrieb. Gastplatz, Bootslänge, Breite, Tiefgang und Aufenthaltsdauer müssen bei der zuständigen Verwaltung oder dem konkret zugewiesenen Betreiber bestätigt werden.
Wasser und Strom werden als Hafenleistungen angeboten. Der Sanitär-Bereich umfasst Toiletten und Duschen; Zugang und Öffnungszeiten sind bei der Anmeldung zu klären. Anlegehilfe und Müllsammlung gehören ebenfalls zur veröffentlichten Leistungsübersicht. Kommunale Dauerplätze werden nach einem eigenen Reglement vergeben und sind nicht mit frei verfügbaren Transitplätzen gleichzusetzen.
Eine allgemein bestätigte Tankstelle im Porto delle Grazie ist in der aktuellen offiziellen Kurzbeschreibung nicht genannt. Die nächste veröffentlichte Kraftstoffstation liegt bei Portovenere. Kraftstoffsorte, Öffnungszeit und erreichbarer Tiefgang müssen dort vorab geklärt werden. Schwarz-, Grau- und Bilgenwasser, Altöl, Batterien und technische Abfälle benötigen eine gesonderte Anmeldung.
Le Grazie besitzt eine lange Werfttradition und weiterhin technische Betriebe, doch eine für das gesamte Hafengebiet gültige maximale Travelift- oder Krantraglast ist nicht ausgewiesen. Jeder Hub, jede Reparatur und jedes Landlager müssen mit dem jeweiligen Betrieb anhand von Maßen, Gewicht und Hebepunkten vereinbart werden. Militärische Flächen am Varignano sind nicht zugänglich.
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Le Grazie: römisches Landgut, Schiffszimmerleute und italienische Tauchgeschichte
Die Villa del Varignano verband Landwirtschaft und eigenen Anleger
Am Ende der Bucht liegt eine römische Villa, deren älteste Bauphasen bis ins späte 2. Jahrhundert vor Christus reichen. Das Landgut umfasste Wohnräume, private Bäder, Zisternen und einen eigenen Zugang zum Meer.
Ein außergewöhnlich gut erhaltener Ölverarbeitungsbereich gilt als älteste bekannte Ölmühle Liguriens. Die Anlage gehörte zu einem Netz von Gütern und Landestellen rund um den Golf, das wirtschaftlich mit dem Hafen der römischen Kolonie Luni verbunden war.
Kloster und Werftberufe prägten das Dorf
Der Ortsname bezieht sich auf das Heiligtum Nostra Signora delle Grazie und das benachbarte Olivetanerkloster. Im ehemaligen Refektorium blieb ein großer Freskenzyklus des spätmittelalterlichen Malers Nicolò Corso erhalten.
Schiffszimmerleute und Kalfaterer aus Le Grazie waren über Jahrhunderte für ihre Arbeit bekannt. Das Cantiere della Memoria sammelt Werkzeuge und Berichte dieser handwerklichen Kultur, bei der Rümpfe gebaut, abgedichtet und instand gehalten wurden.
Varignano wurde Lazarett, Gefängnis und Taucherstützpunkt
Die Republik Genua baute Varignano im 18. Jahrhundert als Lazarett aus. Später diente die Anlage als Gefängnis; Giuseppe Garibaldi wurde dort nach Aspromonte 1862 behandelt und festgehalten.
Heute befindet sich am Varignano ein Stützpunkt der italienischen Marine für Taucher und Spezialkräfte. Zivile und militärische Tauchtradition führten zur Bezeichnung Le Grazies als „Stadt der Taucher und Überdruckmedizin“—eine moderne Identität, die direkt aus der Arbeitsgeschichte des Golfs hervorgegangen ist.