Marseille – Vieux Port Marseille

Gastliegeplätze und Versorgung im Vieux-Port de Marseille

Der Vieux-Port liegt im historischen Zentrum von Marseille und umfasst rund 3.200 Liegeplätze, die auf mehrere nautische Vereine und Betreiberbereiche verteilt sind. Die Metropole nennt regulär 30 Gastplätze und in der Hochsaison 30 bis 50. Eine Reservierung muss deshalb beim zuständigen Betreiber oder über die Capitainerie erfolgen. Die Hafeneinfahrt öffnet sich nach Osten; Berufs-, Fähr- und Veranstaltungsschifffahrt darf nicht behindert werden. Die Capitainerie ist auf UKW-Kanal 9 erreichbar.

Wasser und Strom sind nicht zentral einheitlich, sondern je nach Steg und Betreiber ausgestattet. Im Gastbereich der Société Nautique sind beispielsweise Trinkwasser und 220 Volt mit 16 Ampere dokumentiert. Sanitäranlagen mit Duschen und Toiletten stehen in den jeweiligen Vereinsbereichen zur Verfügung; Zugang und Öffnungszeiten richten sich nach der konkreten Platzzuweisung. Geschäfte, Markt, Metro und gastronomische Angebote liegen unmittelbar an den Kais.

Die öffentliche Tankstelle befindet sich am Quai du Port nahe der Ausfahrt und kann laut Metropole rund um die Uhr per Automat genutzt werden. Diesel- und Benzinsorte sowie aktuelle Betriebsbereitschaft sollten vor dem Anlaufen geprüft werden. Eine Pumpe für Schwarz- und Grauwasser ist unter anderem am schwimmenden Pavillon der Société Nautique vorhanden. Andere Liegeplatzbereiche können abweichende Entsorgungswege haben.

Kleinere Hebearbeiten sind bei einzelnen Betreibern möglich; die Société Nautique nennt Kräne bis 4,5 und 12 Tonnen, der CNTL eine technische Fläche mit Zehn-Tonnen-Kran. Diese Anlagen sind nicht automatisch für alle Gäste zugänglich und erfordern eine separate Vereinbarung. Der Vieux-Port ist ein stark frequentierter Stadthafen. Eventflächen, Regatten, Fischer, Ausflugsboote und das kleine Querfährschiff verändern den Verkehr im Becken regelmäßig.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Vieux Port Marseille
Ansicht von Vieux Port Marseille. Foto: Michael Paraskevas / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Marseilles Vieux-Port: 2.600 Jahre Stadtgeschichte am Lacydon

Griechische Siedler gründeten Massalia am natürlichen Hafen

Um 600 vor Christus erreichten Griechen aus Phokaia in Kleinasien die geschützte Bucht des Lacydon. Dort entstand Massalia, eine Handelsstadt mit Verbindungen in den gesamten westlichen Mittelmeerraum und in das gallische Hinterland. Die Gründungslegende erzählt von der Begegnung des Griechen Protis mit Gyptis, der Tochter eines lokalen Herrschers.

Massalia prägte Münzen, gründete Handelsstützpunkte und blieb kulturell lange griechisch. Der Seefahrer Pytheas brach im 4. Jahrhundert vor Christus vermutlich von hier zu seiner Reise in den Nordatlantik auf. Reste des antiken Hafens und der Stadtbefestigung sind heute im Musée d’Histoire nahe der Ostseite des Vieux-Port erhalten.

Die Forts am Eingang sollten auch Marseille selbst kontrollieren

Fort Saint-Jean und Fort Saint-Nicolas rahmen die enge Einfahrt. Nach einer Rebellion der Stadt gegen die königliche Autorität ließ Ludwig XIV. ab 1660 beide Anlagen ausbauen. Ihre Kanonenstellungen waren nicht ausschließlich gegen Angreifer von See gerichtet; sie demonstrierten zugleich Macht gegenüber der als eigenwillig geltenden Stadt.

Der Grundstein von Fort Saint-Jean wurde 1668 gelegt, später ergänzte Vauban den breiten Graben. Das Fort diente bis zur Revolution militärischen Zwecken und anschließend als Staatsgefängnis. 1942 lagerte die deutsche Besatzungsmacht dort Munition, die im August 1944 explodierte und große Teile der Anlage zerstörte. Heute ist der restaurierte Komplex über Stege mit dem Mucem und dem Viertel Le Panier verbunden.

Der alte Hafen überstand Zerstörung und radikalen Stadtumbau

Im Januar 1943 räumten deutsche Behörden gemeinsam mit dem Vichy-Regime große Teile der nördlichen Altstadt. Tausende Bewohner wurden kontrolliert und deportiert; anschließend sprengte man etwa 1.500 Gebäude im Viertel hinter dem Quai du Port. Nur wenige Bauwerke, darunter das Hôtel de Ville, blieben stehen. Der Wiederaufbau veränderte die historische Hafenfront dauerhaft.

2013 wurde der Kai im Zuge der Europäischen Kulturhauptstadt neu geordnet. Das von Norman Foster entworfene spiegelnde Dach am Quai de la Fraternité und größere Fußgängerflächen gaben dem Becken eine neue öffentliche Rolle. Fischverkauf, Vereinsstege und der kurze Ferry-Boat-Querweg bewahren dennoch alltägliche Hafenfunktionen an jenem Ort, aus dem Marseille hervorging.

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