Tortola – Soper's Hole Marina, Westend

Liegeplätze und Infrastruktur der Soper’s Hole Wharf & Marina

Die Soper’s Hole Wharf & Marina liegt auf Frenchman’s Cay an Tortolas West End. Sie bietet 43 feste Liegeplätze und 18 Mooringbojen. An den Stegen können nach Betreiberangaben Schiffe bis 180 Fuß Länge liegen; die Bojen sind für höchstens 60 Fuß vorgesehen und teilweise über BoatyBall reservierbar. Zulässiger Tiefgang und Platzbreite werden nicht pauschal veröffentlicht und müssen mit der Marina abgestimmt werden.

Wasser wird nach Gallonen, Strom nach Verbrauch berechnet. An den regulären Plätzen stehen 30- und 50-Ampere-Anschlüsse, am T-Steg 50 und 100 Ampere zur Verfügung. Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Toiletten und Duschen. WLAN, Eis, Müllentsorgung sowie ein Supermarkt und verschiedene Geschäfte ergänzen die Versorgung.

Die Tankstelle führt Diesel und Benzin. Preise ändern sich und werden direkt von der Marina bestätigt. Das Fuel Dock liegt in einem stark frequentierten Bereich; insbesondere bei Charterwechseln sind Betriebszeit, Reihenfolge und Anlegeseite vor dem Manöver zu klären.

Ein Kran, Travellift, Hartstand oder eine eigene Vollwerft werden nicht als Marinaeinrichtung aufgeführt. Charter- und Wassersportbetriebe sind am Standort ansässig, doch größere technische Arbeiten und ein Auskranen müssen mit einer geeigneten Werft vereinbart werden.

Restaurants, Café, Supermarkt, Boutiquen, Spa, Autovermietung und Wassertaxi liegen direkt an der Wharf. Zoll und Immigration befinden sich gegenüber am West-End-Fährterminal; Soper’s Hole ist damit ein offizieller Einreiseort, doch die Formalitäten müssen vor Nutzung eines normalen Liegeplatzes erledigt werden. Das Marinabüro ist täglich geöffnet, bleibt laut Betreiber jedoch im September geschlossen.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Tortola – Soper's Hole Marina, Westend
Ansicht von Tortola – Soper's Hole Marina, Westend. Foto: giggel / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY 3.0.

Soper’s Hole: geschützter Westhafen mit früher Siedlungsgeschichte

Die tiefe Bucht wurde schon vor der europäischen Ankunft genutzt

Soper’s Hole schneidet weit zwischen Tortolas West End und Frenchman’s Cay ein. Archäologische Funde belegen eine präkolumbische Nutzung der Umgebung: Die offizielle Geschichtsdarstellung der British Virgin Islands nennt Soper’s Hole unter den Fundorten arawakischer Artefakte auf Tortola.

Der geschützte Naturhafen bot Trinkwasserzugang, Fischgründe und eine gute Kontrolle über die westliche Durchfahrt. Seine heutige Rolle als Fähr-, Zoll- und Yachthafen folgt damit einer sehr viel älteren geografischen Bedeutung. Die moderne Wharf nimmt nur einen Teil der Bucht ein; Mooringfelder und lokale Anlegestellen verteilen sich bis zum West End.

Joost van Dyk suchte hier Schutz vor den Spaniern

Im frühen 17. Jahrhundert nutzten niederländische Freibeuter und Händler Tortola. Joost van Dyk, nach dem später Jost Van Dyke benannt wurde, betrieb auf der Insel eine frühe Ansiedlung. Als spanische Truppen Tortola angriffen, floh er zunächst in den westlichen Teil der Insel und setzte später nach St. Thomas über.

Spanische Angriffe von 1646 und 1647 machten die strategische Lage sichtbar. Ein Kriegsschiff ankerte in Soper’s Hole, Soldaten gingen am West End an Land und marschierten über Tortola. Die Bucht war somit Einfallstor in demselben Seeweg, den heute Fähren und Yachten zwischen den britischen und amerikanischen Jungferninseln nutzen.

Hurrikan Irma machte einen vollständigen Wiederaufbau nötig

Am 6. September 2017 traf Hurrikan Irma die British Virgin Islands mit extremer Stärke. Docks, Ufermauer und Gebäude der Wharf wurden schwer beschädigt; einzelne Bauten mussten abgerissen werden. Bis Mitte 2019 waren nach Angaben des Betreibers etwa achtzig Prozent der Anlage wiederhergestellt.

Die erneuerte Soper’s Hole Wharf & Marina wurde im Dezember 2019 offiziell eröffnet. Neue Stege und Uferbefestigungen stehen heute neben dem weiterhin aktiven Fährterminal am gegenüberliegenden Ufer. Die farbigen Geschäftsgebäude wirken wie ein historisch gewachsener Hafenort, sind in ihrer heutigen Form jedoch wesentlich ein Ergebnis dieses Wiederaufbaus.

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