Puerto de Fornells – Menorca

Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Fornells

Der Port de Fornells ist kein einheitlicher Marinabetrieb, sondern ein gemischt genutzter Hafen mit Fischerei, direkt von PortsIB verwalteten Flächen, dem Club Nàutic Fornells und weiteren Betreibern an den erneuerten Schwimmstegen. Die 2025 vergebenen Steganlagen umfassen zusammen rund 300 Liegeplätze; diese Zahl ist nicht mit dem begrenzten Transitkontingent von PortsIB gleichzusetzen. Betreiber, Platzmaß und Nutzungsbedingungen müssen deshalb aus der konkreten Bestätigung hervorgehen.

Wasser und Strom sind an Liegeplätzen als Hafendienst ausgewiesen. Anschlussleistung, Stecker, Abrechnung und die tatsächliche Versorgung unterscheiden sich jedoch nach Steg und Betreiber. Am Clubsteg Ses Salines wurde 2026 zusätzlich ein separates Seewassernetz für die Bootsreinigung genehmigt; es ersetzt kein Trinkwasser und gilt nicht automatisch für andere Hafenbereiche.

Die Sanitär-Infrastruktur des öffentlichen Hafens umfasst Duschen, Toiletten und Wäscherei. Restaurants, Bars, Geschäfte, Ausbildungsbetriebe, Parkplätze, Taxi und Bus liegen am Hafen oder unmittelbar im Ort. Die Zugänglichkeit einzelner Sanitär- und Servicebereiche außerhalb der Bürozeiten ist bei PortsIB beziehungsweise beim jeweiligen Betreiber zu klären.

Eine Tankstelle wird in der offiziellen Hafenübersicht geführt. Da PortsIB die Kraftstoffversorgung zuletzt zugleich als Konzessionsleistung ausgeschrieben hat, sind aktueller Betreiber, Betriebszeiten, Kraftstoffsorten und Annahmemaße vor dem Anlaufen zu bestätigen. Einrichtungen zur Aufnahme von Bilgen- und Abwasser sowie Sammelstellen für Haus- und Gefahrstoffe sind ausgewiesen.

Rampe, Kran und eine mechanische Werkstatt gehören zur veröffentlichten Ausstattung. Eine aktuelle, für den gesamten Hafen geltende Traglast oder maximale Hubbreite nennt PortsIB nicht; diese Werte müssen beim ausführenden Betrieb schriftlich bestätigt werden. Die PortsIB-Hafenstelle arbeitet auf UKW-Kanal 8. Wegen der unterschiedlichen Betreiber ersetzt dieser Kanal nicht die Kontaktdaten in einer individuellen Liegeplatzbestätigung.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Puerto de Fornells – Menorca
Ansicht von Puerto de Fornells – Menorca. Foto: Nikodem Nijaki / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Fornells zwischen Sant-Antoni-Burg, britischem Wehrturm und Fischerei

Die Siedlung wuchs im 17. Jahrhundert bei der Burg Sant Antoni

Die vier Kilometer tief in die Nordküste reichende Bucht bot Schiffen einen außergewöhnlich geschützten Innenraum. Zugleich konnte eine feindliche Flotte von hier aus auf Menorca Fuß fassen. Im 17. Jahrhundert entstand deshalb nahe der Einfahrt die Burg Sant Antoni. Um den militärischen Posten entwickelte sich der Ort Fornells.

Nach dem Ende der letzten britischen Herrschaft ließen die Spanier Sant Antoni ebenso wie die große Festung Sant Felip bei Maó schleifen. Mauerreste und freigelegte Grundrisse liegen heute zwischen dem Dorf und dem späteren Küstenturm. Sie markieren den Ursprung einer Siedlung, deren weiß gekalkte Häuser sich erst danach entlang des Hafenufers ausbreiteten.

Der Torre de Fornells bewachte ab 1802 die Hafeneinfahrt

Während der dritten britischen Besetzung Menorcas wurde 1801 bis 1802 nördlich des Ortes einer der größten Wehrtürme der Insel errichtet. Sein Auftrag war dreifach: die Einfahrt beobachten, eine Landung verzögern und die nahe Burg schützen. Der Zugang lag ursprünglich im ersten Stock und war nur über eine einziehbare Holzleiter erreichbar.

Im Inneren folgen vier Ebenen aufeinander. Unter der Erde lag eine abgedichtete Zisterne, darüber befanden sich Vorräte, Waffen und Munition. Das nächste Gewölbe diente der Besatzung, auf der Plattform stand die Artillerie. Ein kleiner Ofen erhitzte Kanonenkugeln bis zur Rotglut, damit Treffer hölzerne Schiffe in Brand setzen konnten.

Fischerei und Caldereta prägen Fornells bis heute

Neben den militärischen Anlagen blieb die Bucht Arbeitsraum der Fischer. Der heutige Hafen vereint noch immer Fischereikai und Lonja mit Freizeitliegeplätzen und Wassersportbetrieben. Besonders eng ist der Ortsname mit der Caldereta de Langosta verbunden, einem in einem Tontopf bereiteten Langusteneintopf.

Das Gericht hat einen vergleichsweise jungen Siegeszug: Languste spielte in älteren Jahrhunderten in solchen Suppen kaum eine Rolle. Fischer entwickelten die Zubereitung, anschließend verfeinerten Restaurants in Fornells das Rezept und machten es über Menorca hinaus bekannt. So erzählen Burg, Turm und Caldereta drei unterschiedliche Kapitel derselben Bucht – strategischer Zufluchtsort, kontrollierte Hafeneinfahrt und bis heute genutztes Fischereigewässer.

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