Ibiza – Club Nautic San Antoni de Portmany
Liegeplätze und Infrastruktur im Club Nàutic Sant Antoni
Der Club Nàutic Sant Antoni, örtlich Es Nàutic genannt, betreibt den großen Sportboothafen im inneren Teil der Bucht. Aktuelle Tourismusseiten nennen 578 Liegeplätze an zehn Stegen, bis zu 50 Meter Schiffslänge und fünf Meter Tiefgang. Ein Viertel der Plätze ist laut Betriebsordnung öffentlichen beziehungsweise Transitnutzungen zugeordnet; Verfügbarkeit bleibt reservierungspflichtig.
Wasser und Strom stehen an sämtlichen Liegeplätzen zur Verfügung. Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Toiletten, Duschen, Umkleiden und Wäscherei. Marinerodienst, Abfall- und Bilgenwasserentsorgung, Restaurant, Cafeteria, Clubräume sowie Sport- und Schulungsbereiche ergänzen die Anlage. In der Hochsaison gibt es für Boote ohne Liegeplatz nur zeitlich begrenzte Versorgungsstopps nach Absprache.
Die Tankstelle ist auch für externe Boote zugänglich und arbeitet auf UKW-Kanal 9. Als veröffentlichte Regelzeit gelten täglich 9 bis 21 Uhr beziehungsweise Sonnenuntergang. Kraftstoffart, tatsächliche Öffnung, Preis und Warteposition sind dennoch vor dem Einlaufen abzustimmen.
Ein eigenes Werftareal übernimmt Ein- und Auswasserung, Landaufenthalt sowie Bilgen- und Schmutzwasserannahme. Eine belastbare aktuelle Traglast für Travellift oder Kran ist auf den offiziellen Serviceseiten nicht ausgewiesen. Gewicht, Breite, Anschlagpunkte und Termin müssen daher direkt mit dem Varadero bestätigt werden.
Sant Antoni ist kein Grenzübergangshafen. Boote aus Nicht-Schengen-Häfen müssen die Einreise zuvor über einen zugelassenen Port of Entry, etwa Ibiza-Stadt, erledigt haben. Es Nàutic arbeitet auf UKW-Kanal 9 und darf bei Reservierungen nicht mit den benachbarten, direkt von PortsIB verwalteten Stegen verwechselt werden.
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Portus Magnus: wie die große Bucht zur Stadt Sant Antoni wurde
Der Name bewahrt die römische Beschreibung des Hafens
Die weite, geschützte Bucht an Ibizas Westküste war bereits in römischer Zeit als Portus Magnus, „großer Hafen“, bekannt. Unter islamischer Herrschaft entwickelte sich die Bezeichnung zu Portumany; daraus entstand das heutige Portmany. Der Ortsname beschreibt damit nicht einen Herrscher oder Heiligen, sondern zuerst die auffällige Geografie der Bucht.
Über viele Jahrhunderte blieb die Siedlung klein. Fischerei, Landwirtschaft und der lokale Küstenverkehr nutzten den Naturhafen, ohne dass daraus eine dicht bebaute Hafenstadt wurde.
Eine Wehrkirche bildete den Kern des Ortes
Nach der katalanischen Eroberung Ibizas im Jahr 1235 entstand im 14. Jahrhundert die Kirche Sant Antoni. Sie diente nicht nur dem Gottesdienst: Dicke Mauern und eine wehrhafte Form boten der Bevölkerung Schutz bei Piratenangriffen. Um dieses Gebäude wuchs allmählich der städtische Kern.
Die Kirche steht noch heute nahe am Hafen und bildet einen deutlichen Gegenpunkt zu Hotels und modernen Uferanlagen. Umbauten aus verschiedenen Jahrhunderten zeigen, dass sie fortlaufend an religiöse und defensive Anforderungen angepasst wurde.
Der Yachtclub verbindet Hafenbetrieb und Ausbildung
Der Club Nàutic Sant Antoni wurde 1973 gegründet. Neben der Verwaltung von Liegeplätzen baute er Segel-, Kanu- und Ausbildungsangebote auf. Generationen von Inselbewohnern lernten hier den Umgang mit Booten, Wind und Bucht; die Sportschule gehört deshalb ebenso zur lokalen Funktion des Hafens wie Tankstelle und Stege.
Seit den späten 1950er Jahren veränderte Massentourismus Sant Antoni grundlegend. Große Hotel- und Freizeitviertel entstanden um die Bucht. Der Club dokumentiert eine andere Seite dieses Wandels: Aus dem alten Naturhafen wurde nicht allein eine Ferienkulisse, sondern auch ein organisierter Sport- und Ausbildungsstandort, der 2023 sein fünfzigjähriges Bestehen erreichte.