Sardinien · Inseln und Hafenorte ab Cannigione
Maddalena und Sardiniens Norden ab Cannigione
Vor Capreras Granitküste baden, durch La Maddalena bummeln und über Spargi bis nach Santa Teresa segeln: Diese Woche verbindet die Inseln des Nationalparks mit abwechslungsreichen Hafenabenden an Sardiniens Nordküste.
Samstag
Ankommen in Cannigione
Die Yacht bleibt nach der Übernahme am späten Nachmittag in Cannigione. So beginnt die Woche mit einem Spaziergang am Wasser und einem Abendessen an Bord, ohne dass noch ein Inselhafen erreicht werden muss.
Erst die Yacht, dann der Urlaub
Cannigione liegt am westlichen Ufer des Golfo di Arzachena. Die Stege verteilen sich entlang der Uferstraße; welcher davon zur Buchung gehört, steht in den Unterlagen des Vercharterers. Vor dem Einkauf lohnt deshalb der kurze Weg zum tatsächlich vereinbarten Treffpunkt. Gepäck und Lebensmittel müssen nicht unnötig von einer Hafenanlage zur nächsten getragen werden. Die normale Übergabe am späten Nachmittag reicht heute für die Einweisung und das Einrichten an Bord.
Bei der Übernahme werden besonders Ankerwinsch, Kettenmarkierungen, Beiboot und Außenborder gemeinsam ausprobiert. An den Inseln wird später nicht überall an Land angelegt. Auch der Tiefgang gehört in die Unterlagen für die Hafenanfragen: Ein freier Platz allein sagt noch nicht, ob die Yacht dort gut liegen kann.
Einkauf für die ersten Inseltage
Der Ort eignet sich zum Ergänzen der Vorräte, bevor am nächsten Tag Caprera und La Maddalena folgen. Trinkwasser, Frühstück, etwas Obst und ein Essen, das ohne großen Aufwand gelingt, reichen als erster Einkauf. In Cala Gavetta und Santa Teresa gibt es weitere Möglichkeiten zur Versorgung. Empfindliche Lebensmittel kommen erst an Bord, wenn der Kühlschrank läuft; schwere Flaschen und Konserven werden tief und gegen Verrutschen gesichert.
Für das spätere Bordrezept lassen sich Pane carasau, Tomaten und Pecorino besorgen. Das dünne Brot wird trocken und bruchsicher verstaut. Eier und frische Kräuter können auch unterwegs ergänzt werden. Ein gemeinsamer Einkaufszettel hält die Besorgungen übersichtlich.
Liegeplatz und Hafenkontakt
Die Hafenkontakte führen die Albatros-Stege auf. Bei einer anderen Charterbasis gelten deren Kontakt und Liegeplatzzuweisung. Wasseranschluss, Strom, Sanitärzugang und der spätere Rückgabeplatz werden deshalb unmittelbar bei der Übergabe geklärt. Vor dem Landgang werden Landstromkabel und Wasserschlauch so geführt, dass niemand darüber stolpert.
Ebenso wichtig ist die Absprache zur Kraftstoffaufnahme am Ende der Woche: Wo soll getankt werden, welcher Nachweis wird verlangt und wie wird die Basis bei der Rückkehr erreicht? Diese Fragen sind heute leichter zu klären als am Freitag, wenn mehrere Yachten gleichzeitig zurückkommen und alle ihren Liegeplatz suchen.
Zu Fuß entlang des Golfs
Vom Hafen führt der erste Spaziergang am Wasser entlang in den Ort. Cannigione entstand als Fischersiedlung und hat sich mit dem Yachttourismus verändert; zwischen Stegen, Geschäften und Wohnhäusern bleibt der Bezug zum Meer gut erkennbar. Wer nach Anreise und Einweisung noch Bewegung möchte, folgt dem Ufer nach Norden in Richtung La Conia. Unterwegs lässt sich eine Pause am Ufer einlegen, bevor es zum Essen zurückgeht.
Auf der anderen Seite des Golfs steigen die Hügel der Gallura an. Ein Blick vom Ufer zeigt bereits die Ausfahrt für morgen. Zum Baden eignen sich ausgewiesene Strandabschnitte außerhalb des Hafenbetriebs. Zwischen den Stegen wird nicht geschwommen, auch wenn das Wasser einladend aussieht.
Ein unkomplizierter erster Abend
Zum Essen bietet sich der Ort an, wenn die Crew nach dem Einkauf nicht mehr kochen möchte. Die Auswahl erfolgt nach der aktuellen Karte: ein Fischgericht, Pasta oder Gemüse und Käse genügen für den ersten Abend. Wer an Bord bleibt, kann mit Brot, Tomaten, Oliven und Pecorino einen kalten Tisch decken. Dazu passt ein Abend im Cockpit, während am Hafen langsam Ruhe einkehrt.
Vor dem Dunkelwerden werden die Wege über den Steg und der Zugang zur Yacht noch einmal gemeinsam angesehen. Taschenlampen und Bordschlüssel bekommen einen festen Platz. Gerade nach einem langen Anreisetag ist es angenehm, wenn später niemand suchen muss und die erste Nacht tatsächlich erholsam wird.
Was vor dem Nationalpark geklärt wird
Die Inselbesuche liegen im Nationalpark La Maddalena. Die Crew prüft mit dem Vercharterer, welche Zugangsgenehmigung bereits vorliegt und ob sie zur Yacht und zum Reisezeitraum passt. Eine Hafenreservierung ersetzt diese Genehmigung nicht. Die aktuellen Parkunterlagen gehören offline aufs Telefon oder an Bord, einschließlich der gesperrten Flächen und freizuhaltenden Anlandebereiche. Übernachtet wird auf dieser Runde in Häfen, nicht in den Buchten des Parks.
Für die Badepausen gilt trotzdem: Seegras bleibt unberührt, Bojenfelder sind keine freien Ankerflächen, und Ausflugsboote brauchen Platz zum Manövrieren. Die wichtigsten Regeln lassen sich gut gemeinsam an der Karte besprechen.
Der erste Segeltag braucht ruhiges Wetter
Morgen führt die Route um das südliche Caprera zur Cala Portese und anschließend nach Cala Gavetta. Das sind knapp 16 Meilen, nicht nur ein kurzer Hafensprung. Besonders Wind aus Nordost oder Ost kann den Badestopp ungeeignet machen; kräftiger Westwind bringt dagegen Böen zwischen den Inseln. Die Vorhersage wird deshalb für die gesamte Strecke und nicht nur für Cannigione angesehen.
Passt Cala Portese nicht, entfällt die Badepause und Cala Gavetta wird auf einer neu geplanten, kürzeren Route angesteuert. Bei Starkwind bleibt die Yacht zunächst an der Basis. Der Inselbesuch lässt sich dann später nachholen, wenn das Wetter sich beruhigt hat.
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