Kapverden · Für erfahrene Hochseecrews
Von Palmeira nach Mindelo und Boa Vista
Von Alborans Basis auf Sal zu den Bergen São Nicolaus und nach Mindelo, anschließend über Boa Vista zurück: lange Atlantikpassagen, Ankernächte und Zeit für die Inseln.
Tag 1
Ankommen bei Alboran in Palmeira
Die Übernahme bei Alboran findet am späten Nachmittag statt. Die erste Nacht bleibt die Yacht in Palmeira; Einweisung und Vorräte gehen vor dem ersten Inselwechsel.
Die erste Nacht bleibt die Yacht auf Sal
Nach der Anreise führt der Weg nach Palmeira an Sals Westküste. Alboran nennt die Praça dos Pescadores als Basisadresse; Treffpunkt und den Weg an Bord vereinbart die Crew anhand ihrer Reiseunterlagen. Der Hafen dient Fischerei und Handel. Ein moderner Marinasteg mit allen Einrichtungen ist hier nicht selbstverständlich, und aus einer Adresse am Ufer lässt sich der tatsächliche Liegeplatz der Yacht nicht ableiten.
Bei der regulären Übernahme am späten Nachmittag wird nicht mehr nach São Nicolau abgelegt. Taschen, Lebensmittel und Ausrüstung müssen erst an Bord, danach braucht die Crew Zeit für die Einweisung. Der Abend gehört deshalb der Yacht und dem Ort. Wer früh angekommen ist, kann Besorgungen vorbereiten, erhält dadurch aber nicht automatisch eine frühere Schiffsübergabe. Auch ein verspäteter Flug ändert nichts daran, dass die erste lange Passage mit ausgeruhter Crew beginnen soll.
Mit Alboran die ganze Runde besprechen
Der Plan führt über São Nicolau nach Mindelo und später über Boa Vista zurück nach Sal. Alboran muss Fahrtgebiet und Nachtfahrten für die konkrete Yacht freigegeben haben. Eine öffentlich angebotene Yacht oder ein Reisebericht auf einem Schwesterschiff ersetzt diese Vereinbarung nicht. Mindestens zwei erfahrene Personen sollen selbstständig Wache führen können; die übrige Crew muss mit Ausguck, Segelarbeit und wechselnden Ruhezeiten vertraut sein.
Bei der Einweisung werden auch die örtlichen Meldungen, Crewunterlagen und die Erreichbarkeit der Basis besprochen. Welche Formalitäten unterwegs nötig sind, richtet sich nach den aktuellen Vorgaben und den Schiffspapieren. Für eine Routenänderung wird ein Kontaktweg vereinbart. Ist Nachtfahrt ausgeschlossen, wird die große Runde nicht trotzdem als Tagesreise versucht. Dann braucht es einen kleineren, mit der Basis abgestimmten Plan.
Vorräte vor dem Auslaufen an Bord nehmen
Der erste Zielort Carriçal wird nicht als verlässlicher Einkaufsstopp eingeplant. Trinkwasser, Grundnahrungsmittel und ein fertiges Essen für die erste Querung kommen daher schon auf Sal an Bord. Die Basis kann die aktuellen Einkaufsmöglichkeiten in Palmeira und Espargos erläutern. Für einen Großeinkauf werden Transport und Zeitbedarf vorab geklärt, besonders wenn die Crew erst spät ankommt.
Obst, Brot und vorbereitete Portionen sind unterwegs praktischer als ein aufwendiges Gericht am Herd. Empfindliche Lebensmittel werden zuletzt gekauft und gleich gekühlt. Trinkwasser wird unabhängig vom Inhalt der Schiffstanks gerechnet; die notwendige Menge richtet sich nach Crewgröße, Verbrauch und Reserve für Verzögerungen. Eine angekündigte Versorgung auf einer anderen Insel darf nicht die einzige Möglichkeit bleiben. Das gilt ebenso für Kraftstoff: Auf den offenen Passagen liegt kein Tankstopp neben dem Kurs.
Anker, Beiboot und Nachtfahrt vorbereiten
Die Einweisung sollte besonders die Ausrüstung umfassen, die auf dieser Runde ständig gebraucht wird: Ankerwinsch, Kettenmarkierungen, Beiboot, Außenborder und sichere Befestigung an Deck. Die Crew lässt sich zeigen, wie der Anker bei einem Ausfall der Winsch aufgenommen werden kann und welche Ersatzteile tatsächlich an Bord liegen. Ein Beiboot, das am ruhigen Liegeplatz funktioniert, muss auch mit Gepäck und mehreren Personen sicher gehandhabt werden können.
Für die Nacht werden Navigationslichter, Instrumentenbeleuchtung und die Verständigung zwischen Deck und Salon ausprobiert. Rettungswesten und Sicherungsmittel werden angepasst, nicht nur in einem Fach gezählt. Die Wachen bekommen feste Ruhezeiten. Wenn nach Übergabe und Einkauf kaum noch Schlaf möglich wäre, verschiebt sich das Auslaufen. Dafür kann später ein Ausflug entfallen. Abgelegt wird erst, wenn Schiff und Mannschaft bereit sind.
Ein kurzer Abend im Hafenort
In Palmeira liegen Fischerboote und gewerbliche Hafenanlagen nah beieinander. Der erste Spaziergang bleibt im Ort, abseits von Arbeitsflächen und gesperrten Bereichen. Für einen Eindruck genügen die Wege hinter dem Ufer, kleine Geschäfte und eine Pause bei einem geöffneten Lokal. Ein Essen mit dem angebotenen Tagesfisch passt gut, sofern Portion und Zubereitung vorher geklärt sind.
Die Salinen von Pedra de Lume oder Buracona müssen heute nicht mehr besucht werden. Dafür ist nach der geplanten Rückkehr Zeit vorgesehen. Wer müde ist, bleibt an Bord und isst mit der Crew. Vor dem Schlafengehen werden nur noch die Dinge für morgen griffbereit gelegt. Eine trockene Jacke, etwas zu trinken und das Frühstück sollen sich finden lassen, ohne dass jemand dafür sämtliche Taschen ausräumen muss.
Die Rückgabe beginnt mit einer klaren Absprache
Schon heute wird vereinbart, wie Alboran die Rückkehr, das Nachfüllen beziehungsweise Abrechnen von Kraftstoff und den Transfer an Land organisiert. Die Tankeranlage im Hafen ist keine Yachttankstelle, zu der die Crew ungefragt fährt. Auch für Wasser, Abfall und die letzte Nacht gelten die Anweisungen der Basis.
Geplant ist die Rückkehr nach Palmeira an Tag 12. Die letzten beiden Tage bleiben als Wetterreserve frei. Am letzten Törntag muss die Yacht vor der vertraglichen Rückkehrzeit wieder an der vereinbarten Stelle liegen; danach folgt die letzte Nacht an Bord. Morgen stehen zunächst rund 65 Meilen nach Carriçal an. Erst wenn Übernahme, Ruhezeit und Wetterfenster zusammenpassen, beginnt die Fahrt.
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